Zwei-Komponenten-Klebstoffe

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2-Komponenten-Kleber: Der umfassende Guide für Handwerk und Industrie

In der professionellen Verbindungstechnik, sei es im Handwerk, in der industriellen Fertigung oder bei Instandhaltungsarbeiten der öffentlichen Hand, stoßen herkömmliche Einkomponenten-Systeme oft an ihre Grenzen. Wenn extreme Festigkeit, Witterungsbeständigkeit und die Verbindung unterschiedlicher Materialien gefordert sind, ist Zweikomponentenkleber (oft kurz 2K Kleber genannt) meist die überlegene Wahl.

Dieser Leitfaden informiert Sie detailliert über die Funktionsweise, die verschiedenen chemischen Basen und die entscheidenden Kaufkriterien, damit Sie für Ihr spezifisches Projekt die richtige Entscheidung treffen können.

Was ist 2-Komponenten-Kleber und wie funktioniert er?

Im Gegensatz zu klassischen Klebstoffen, die durch das Verdunsten von Lösungsmitteln oder durch Reaktion mit Luftfeuchtigkeit aushärten, basiert ein Kleber aus zwei Komponenten auf einer chemischen Reaktion, die erst unmittelbar vor oder während der Anwendung gestartet wird.

Das System besteht immer aus zwei getrennten Stoffen:

  1. Das Harz (Binder): Die eigentliche Klebstoffbasis.
  2. Der Härter: Der Reaktionspartner, der den Aushärtungsprozess in Gang setzt.

Solange diese beiden Komponenten getrennt voneinander gelagert werden, bleiben sie flüssig oder pastös und sind über lange Zeiträume haltbar. Sobald sie jedoch im korrekten Mischungsverhältnis zusammengebracht werden, beginnt eine chemische Vernetzungsreaktion (Polymerisation oder Polyaddition). Das Resultat ist ein Duroplast – ein Kunststoff, der nach der Aushärtung nicht mehr verformbar ist und extrem hohe Haltekräfte aufweist.

Der entscheidende Vorteil für den Anwender liegt in der Unabhängigkeit von äußeren Faktoren. Während ein 1K-Kleber in einem luftdichten Spalt (zum Beispiel zwischen zwei Metallplatten) oft nicht aushärten kann, weil ihm die Luftfeuchtigkeit fehlt, härtet ein 2-Komponenten-Kleber zuverlässig auch unter Ausschluss von Luft und in dicken Schichten aus.

Die wichtigsten Arten von 2K-Systemen im Vergleich

Nicht jeder Zweikomponentenkleber ist gleich. Je nach chemischer Basis unterscheiden sich die Eigenschaften wie Elastizität, Endfestigkeit und Temperaturbeständigkeit erheblich. Für den professionellen Einkauf ist die Unterscheidung der drei Hauptgruppen essenziell.

1. Epoxidharz-Klebstoffe (Epoxy)

Epoxidharze gelten oft als der „Königsweg“ für statisch hochbelastete Verbindungen. Sie sind bekannt für ihre extrem hohe Zug- und Scherfestigkeit.

  • Eigenschaften: Sie härten sehr hart und spröde aus. Das bedeutet, sie bieten enorme Festigkeit, sind aber weniger geeignet, wenn die Klebestelle starken Vibrationen oder Bewegungen ausgesetzt ist.
  • Beständigkeit: Epoxidharze bieten eine exzellente Beständigkeit gegen Chemikalien, Öle, Kraftstoffe und Feuchtigkeit.
  • Ideale Anwendung: Verkleben von Metallen, Keramik, Glas und harten Kunststoffen im Maschinenbau oder in der Reparatur. Sie eignen sich auch hervorragend als Füllmasse (Spaltfüllung), da sie beim Aushärten kaum schrumpfen.

2. Polyurethan-Klebstoffe (PUR)

Wenn Flexibilität gefragt ist, greift der Profi zu 2K-Polyurethan.

  • Eigenschaften: Nach dem Aushärten bleibt dieser Kleber zähelastisch. Das ist ein enormer Vorteil, wenn Materialien mit unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten verbunden werden müssen (z. B. Aluminium auf Kunststoff). Der Klebstoff kann die Spannungen, die bei Temperaturschwankungen entstehen, kompensieren, ohne zu reißen.
  • Schlagzähigkeit: PUR-Kleber absorbieren Stöße und Vibrationen besser als Epoxide.
  • Ideale Anwendung: Fahrzeugbau, Sandwichelemente, Isolierplatten und Anwendungen im Außenbereich, wo Bauteile der Witterung ausgesetzt sind.

3. Methylmethacrylat-Klebstoffe (MMA)

Diese Gruppe, oft auch als Hochleistungsklebstoffe für strukturelle Verbindungen bezeichnet, gewinnt in der Industrie immer mehr an Bedeutung.

  • Eigenschaften: MMA-Klebstoffe bieten eine einzigartige Kombination aus hoher Festigkeit und einer gewissen Restelastizität. Ein besonderes Merkmal ist ihre Fähigkeit, auch auf leicht öligen oder nicht perfekt vorbehandelten Oberflächen zu haften (obwohl eine Reinigung immer empfohlen wird).
  • Reaktionsgeschwindigkeit: Sie härten oft sehr schnell aus, was Taktzeiten in der Fertigung verkürzt.
  • Ideale Anwendung: Serienfertigung, Verklebung von Thermoplasten, Metallbau und Schilderherstellung.

Vorteile von 2K-Klebern gegenüber 1K-Lösungen

Warum sollten Handwerker und Industrieunternehmen den Mehraufwand des Mischens (oder den Einsatz spezieller Kartuschenpistolen) in Kauf nehmen? Die Antwort liegt in der Leistung und Prozesssicherheit.

Spaltüberbrückung und Volumenstabilität Viele einkomponentige Kleber schrumpfen beim Trocknen, da Lösungsmittel entweichen. Ein 2K Kleber härtet nahezu schwundfrei aus. Das macht ihn zum idealen Mittel, um Toleranzen auszugleichen oder Fehlstellen in Materialien aufzufüllen und gleichzeitig zu verkleben.

Kontrollierte Aushärtung Bei einem Zweikomponentenkleber bestimmen Sie den Zeitplan. Durch die Wahl des richtigen Härters (schnell, mittel, langsam) kann die offene Zeit exakt an den Arbeitsprozess angepasst werden. Egal ob Sie 5 Minuten für eine schnelle Reparatur oder 60 Minuten für die Montage einer komplexen Baugruppe benötigen – das chemische System liefert planbare Ergebnisse unabhängig von der Umgebungstemperatur oder Luftfeuchtigkeit (innerhalb gewisser Grenzen).

Extreme Belastbarkeit Für strukturelle Verklebungen, die Lasten tragen müssen, sind 2K-Systeme meist alternativlos. Sie erreichen Festigkeitswerte, die teilweise die Eigenfestigkeit der gefügten Werkstoffe übertreffen. Das bedeutet: Bei Überlastung bricht oft eher das Material selbst als die Klebestelle.

Fachgerechte Anwendung: Topfzeit und Mischung

Der Erfolg einer Klebung mit zwei Komponenten hängt maßgeblich von der korrekten Verarbeitung ab. Hier passieren in der Praxis die häufigsten Fehler.

Das korrekte Mischungsverhältnis

Das Verhältnis von Harz zu Härter muss exakt eingehalten werden (z. B. 1:1, 2:1 oder 10:1, je nach Produkt). Eine Abweichung führt nicht dazu, dass der Kleber „schneller“ oder „langsamer“ härtet, sondern dazu, dass er gar nicht seine volle Endfestigkeit erreicht und klebrig oder weich bleibt.

  • Lösung für Profis: Nutzen Sie moderne Doppokammerspritzen oder Kartuschensysteme mit statischen Mischrohren (Statikmischer). Diese Mischer sorgen automatisch für das korrekte Verhältnis und eine homogene Durchmischung beim Auspressen. Manuelles Anrühren sollte auf kleine Reparaturmengen beschränkt bleiben.

Topfzeit vs. Aushärtezeit

Zwei Begriffe sind für die Planung der Arbeitsschritte entscheidend:

  1. Topfzeit (Pot Life): Dies ist die Zeitspanne, die Ihnen nach dem Mischen für die Verarbeitung zur Verfügung steht, bevor der Kleber zu gelieren beginnt. Ist die Topfzeit überschritten, darf die Verbindung nicht mehr korrigiert werden.
  2. Handfestigkeit und Endfestigkeit: Nach einer gewissen Zeit (oft 15–60 Minuten) ist die Handfestigkeit erreicht – das Bauteil kann transportiert, aber noch nicht voll belastet werden. Die volle chemische Endfestigkeit (und damit die maximale Belastbarkeit) ist bei den meisten Zweikomponentenklebern erst nach 24 bis 72 Stunden erreicht.

Tipp: Wärme beschleunigt die Reaktion erheblich. In der Industrie wird oft Wärme zugeführt, um die Aushärtezeit von Stunden auf Minuten zu reduzieren.

Materialeignung: Was lässt sich kleben?

Ein Zweikomponentenkleber ist extrem vielseitig, aber kein „Alleskleber“ für jeden Kunststoff. Eine kurze Übersicht der Eignung:

  • Metalle (Stahl, Aluminium, Edelstahl): Hervorragend geeignet. Besonders Epoxidharze und MMAs erzielen hier höchste Festigkeiten. Die Oberfläche sollte angeraut und entfettet werden.
  • Kunststoffe (GFK, CFK, ABS, PVC): Sehr gut klebbar, besonders mit PUR- und MMA-Klebern.
  • Schwierige Kunststoffe (PE, PP, PTFE): Diese „niedrigenergetischen“ Kunststoffe lassen sich mit herkömmlichen 2K-Klebern kaum verbinden. Hierfür gibt es spezielle 2K-Acrylat-Klebstoffe, die chemische Haftvermittler (Primer) integriert haben, aber Standard-Epoxy hält hier nicht.
  • Mineralische Werkstoffe (Stein, Beton, Glas): Epoxidharze sind hier der Standard, oft auch zum Verankern von Metallbolzen in Beton.
  • Holz: Möglich, aber oft ist klassischer Holzleim (PVAC) oder 1K-PUR wirtschaftlicher, es sei denn, es müssen große Spalten gefüllt werden (z. B. bei der Restaurierung von altem Holz).

Kaufkriterien für professionelle Anwender

Bevor Sie einen 2K Kleber beschaffen, sollten Sie folgende Fragen klären, um das Produktsortiment einzugrenzen:

  1. Viskosität: Benötigen Sie ein flüssiges Produkt, das in Risse hineinkriecht (niedrigviskos), oder eine standfeste Paste, die an senkrechten Flächen oder über Kopf nicht abtropft (hochviskos/thixotrop)?
  2. Temperaturbeständigkeit: Welchen Temperaturen ist das fertige Bauteil ausgesetzt? Standard-Epoxide halten oft bis ca. 80-100 °C. Für den Motorraum oder industrielle Öfen gibt es Hochtemperatur-Systeme, die bis zu 180 °C oder mehr standhalten.
  3. Farbe: Spielt die Optik eine Rolle? Viele 2K-Kleber sind grau, schwarz oder milchig-gelb. Es gibt jedoch auch kristallklare Formulierungen für sichtbare Verklebungen bei Glas oder Designobjekten.
  4. Gebindegröße: Für den gelegentlichen Einsatz im Handwerk sind 25ml- oder 50ml-Doppelkartuschen ideal. Für die industrielle Serienfertigung sind Großgebinde (Fässer) mit entsprechenden Dosieranlagen wirtschaftlicher.

Zweikomponentenkleber bei ESSKA

Bei ESSKA finden Sie ein breites Sortiment an hochwertigen Zweikomponentenklebern namhafter Hersteller, die speziell für die vielseitigen Anforderungen in Handwerk und Industrie konzipiert sind. Das Angebot reicht von klassischen Epoxidharz-Systemen für hochfeste Metall- oder Keramikverklebungen über flexible Polyurethan-Kleber, die sich ideal für vibrierende oder temperatursensible Anwendungen eignen, bis hin zu modernen MMA-Klebstoffen für schnelle und prozesssichere Serienfertigungen. Unsere übersichtlich gestalteten Produktkategorien ermöglichen es Ihnen, gezielt nach Viskosität, Aushärtezeit und Materialeignung zu filtern, sodass Sie schnell den passenden 2K-Kleber für Ihr Projekt finden. Auf Wunsch beraten wir Sie kompetent zu chemischen Eigenschaften, Verarbeitungsoptionen und Lieferformen – egal, ob Kleinmengen für Reparaturen oder Großgebinde für die Serienproduktion gefragt sind. So unterstützt Sie ESSKA dabei, Klebeanwendungen sicher, effizient und optimal auf Ihre technischen Anforderungen zugeschnitten umzusetzen.