Kompaktzylinder

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Mit unseren Kompaktzylindern von Festo und SMC optimieren Sie Ihre Maschinen. Kompakte Bauweise und zuverlässige Funktion für vielfältige Anwendungen.
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Kompaktzylinder: Maximale Kraft auf minimalem Raum

In der modernen Automatisierungstechnik und im Maschinenbau wird Bauraum zu einem immer kostbareren Gut. Maschinen sollen kompakter, leichter und effizienter werden, ohne dabei an Leistung einzubüßen. Genau hier spielen Kompaktzylinder ihre Stärken aus. Diese spezialisierten Pneumatikzylinder sind so konzipiert, dass sie selbst bei extrem begrenzten Platzverhältnissen hohe Kräfte erzeugen und präzise Bewegungen ausführen können.

Für Anwender aus Industrie, Handwerk und der öffentlichen Beschaffung stellen diese Komponenten eine unverzichtbare Lösung dar, wenn Standardzylinder aufgrund ihrer Baulänge nicht integriert werden können. Ob in der Robotik, bei Spannvorrichtungen oder in der Verpackungsindustrie – der Kompaktzylinder ist oft das Herzstück effizienter Bewegungsabläufe.

Was zeichnet einen pneumatischen Kompaktzylinder aus?

Ein Kompaktzylinder definiert sich, wie der Name schon sagt, primär durch seine Bauweise. Im Vergleich zu Normzylindern nach ISO 15552 ist das Verhältnis von Gesamtlänge zu Hublänge bei Kompaktzylindern deutlich optimiert. Das Gehäuse ist oft nur unwesentlich länger als der Hub, den der Zylinder ausführt. Dies wird durch konstruktive Kniffe erreicht, wie etwa integrierte Sensor-Nuten im Profilrohr und flache Lagerdeckel.

Trotz ihrer geringen Abmessungen müssen diese Zylinder keine Kompromisse bei der Kraftentfaltung eingehen. Die Kraft eines Pneumatikzylinders hängt primär vom Kolbendurchmesser und dem anliegenden Betriebsdruck ab, nicht von der Länge des Gehäuses. Ein Kompaktzylinder mit einem Kolben-Ø von 50 mm liefert bei 6 bar exakt dieselbe Kraft wie ein deutlich längerer Standardzylinder gleichen Durchmessers.

Die Bauform ist meist quadratisch oder rechteckig mit abgerundeten Ecken, was die Montage erleichtert und das direkte Anflanschen an Maschinenteile ermöglicht. Viele Modelle verfügen über Durchgangsbohrungen im Gehäuse, sodass sie ohne zusätzliches Zubehör direkt verschraubt werden können – ein weiterer Platz- und Kostenvorteil.

Funktionsprinzipien im Detail: Doppeltwirkend und Einfachwirkend

Bei der Auswahl des richtigen Zylinders ist die Funktionsweise das erste Entscheidungskriterium. In der Pneumatik unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Hauptarten der Betätigung, die auch bei Kompaktzylindern Anwendung finden.

Doppeltwirkende Kompaktzylinder

Die meisten Kompaktzylinder sind doppeltwirkend. Das bedeutet, dass der Zylinder über zwei pneumatische Anschlüsse verfügt. Wird Druckluft in den ersten Anschluss geleitet, fährt der Kolben aus (Vorhub). Wird die Luft in den zweiten Anschluss geleitet und der erste entlüftet, fährt der Kolben wieder ein (Rückhub).

  • Vorteil: Die Kraft kann in beide Bewegungsrichtungen (Ziehen und Drücken) aufgebracht werden.
  • Einsatz: Ideal für Aufgaben, bei denen der Zylinder aktiv Arbeit in beide Richtungen verrichten muss, wie beim Öffnen und Schließen von Türen oder beim Positionieren von Werkstücken.

Einfachwirkende Kompaktzylinder

Ein einfachwirkender Zylinder besitzt nur einen Druckluftanschluss. Die Bewegung in eine Richtung erfolgt durch Druckluft, während die Rückstellung durch eine eingebaute mechanische Feder erfolgt.

  • Vorteil: Sie verbrauchen weniger Druckluft, da der Rückhub keine Energie in Form von Luft benötigt. Zudem haben sie eine definierte Sicherheitsstellung: Fällt die Druckluft aus, fährt der Zylinder durch die Federkraft automatisch in seine Ausgangsposition zurück.
  • Nachteil: Die Hublänge ist durch die Feder begrenzt, und die effektive Kraft des Zylinders ist etwas geringer, da der Luftdruck gegen die Federkraft arbeiten muss.

Sonderbauformen

Neben den Standardausführungen gibt es spezialisierte Varianten für komplexe Anforderungen:

  • Durchgehende Kolbenstange: Hier tritt die Kolbenstange auf beiden Seiten des Zylinders aus. Dies bietet eine bessere Führung des Kolbens und ermöglicht es, an beiden Seiten Arbeit zu verrichten oder Sensoren anzubringen.
  • Verdrehgesicherte Zylinder: Wenn das Werkzeug am Ende der Kolbenstange (z.B. ein Greifer) sich nicht drehen darf, kommen Zylinder mit unrunden Kolbenstangen oder speziellen Führungsstangen zum Einsatz. Dies spart externe Führungen ein.

Die Bedeutung der Norm ISO 21287

Für Instandhalter und Konstrukteure ist die Austauschbarkeit von Komponenten ein kritisches Thema. Niemand möchte von einem einzigen Hersteller abhängig sein, wenn ein Ersatzteil dringend benötigt wird. Hier schafft die ISO 21287 Klarheit.

Diese Norm legt die Abmessungen und Befestigungsmaße für Kompaktzylinder fest. Das bedeutet, dass ein Zylinder nach ISO 21287 von Festo von den Befestigungsbohrungen und Hauptabmessungen her kompatibel mit einem Zylinder von SMC oder anderen Markenherstellern ist, sofern beide der Norm entsprechen. Dies erleichtert die Beschaffung und Lagerhaltung enorm.

Die Norm definiert unter anderem:

  • Die Abstände der Befestigungsbohrungen.
  • Das Gewinde der Kolbenstange (Innen- oder Außengewinde).
  • Die groben Außenabmessungen in Relation zum Kolbendurchmesser.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Norm nur die Einbaumaße regelt. Die interne Technik, die Dichtungsqualität oder spezielle Features wie die Art der Dämpfung können sich zwischen den Herstellern unterscheiden. Dennoch ist die ISO 21287 der wichtigste Standard für moderne Kompaktzylinder im Hub-Bereich von etwa 5 bis 100 mm (bei größeren Hüben werden die Zylinder oft zu instabil oder teuer im Vergleich zu Normzylindern).

Dämpfungstechnologien und Sensorik

Da Kompaktzylinder oft sehr schnelle Taktzeiten realisieren, ist das Abbremsen der Masse in den Endlagen ein wichtiges Thema, um den Verschleiß zu minimieren und Lärm zu reduzieren.

Elastische Dämpfung (P-Dämpfung)

Aufgrund der extrem kurzen Bauweise verfügen die meisten Kompaktzylinder standardmäßig über eine elastische Dämpfung beidseitig. Dabei handelt es sich um Kunststoff- oder Gummischeiben am Kolben oder in den Deckeln, die den Aufprall metallischer Teile verhindern.

  • Vorteil: Platzsparend und kostengünstig.
  • Grenzen: Bei sehr hohen Geschwindigkeiten oder großen bewegten Massen reicht diese Dämpfung oft nicht aus, da sie die Energie nicht dissipiert (abbaut), sondern wie eine Feder speichert und zurückgibt (Rebound-Effekt).

Pneumatische Endlagendämpfung (einstellbar)

Für anspruchsvollere Anwendungen bieten einige Hersteller Kompaktzylinder mit pneumatischer Dämpfung an. Hierbei wird kurz vor Hubende ein Luftpolster eingeschlossen, das über eine Drosselschraube einstellbar entweichen kann. Dies bremst den Kolben sanft ab. Aufgrund des geringen Platzangebots ist diese Technik bei sehr kurzen Hüben (z.B. unter 25 mm) technisch oft nicht umsetzbar.

Positionserkennung

Ein moderner Pneumatik-Kompaktzylinder ist fast immer mit einem Magnetring im Kolben ausgestattet. Dieser Magnet ermöglicht die berührungslose Abfrage der Kolbenposition durch Sensoren (Reedschalter oder elektronische Sensoren), die in Nuten am Zylindergehäuse montiert werden. So kann die Maschinensteuerung (SPS) exakt erkennen, ob der Zylinder ausgefahren oder eingefahren ist. Da die Sensoren bündig in das Profil integriert werden, bleiben keine störenden Kanten, an denen sich Kabel verfangen könnten.

Typische Einsatzbereiche in Industrie und Handwerk

Die Vielseitigkeit der Kompaktzylinder macht sie zu einem "Allrounder" in fast allen Branchen.

Maschinenbau und Vorrichtungsbau: Hier werden sie häufig zum Spannen von Werkstücken verwendet. Dank der hohen Kraft bei kleinem Durchmesser können Bauteile sicher fixiert werden, ohne dass die Spannvorrichtung den Zugang zum Werkstück für Fräs- oder Bohrwerkzeuge versperrt.

Verpackungsindustrie: In Verpackungsmaschinen ist Schnelligkeit gefragt. Kurzhubzylinder werden hier eingesetzt, um Kartons zu falten, Etiketten aufzudrücken oder fehlerhafte Produkte aus einem Förderband auszuschleusen ("Pusher").

Elektronikfertigung und Robotik: In der Bestückung von Leiterplatten oder bei Montageautomaten ist der Bauraum extrem begrenzt. Kleine Kompaktzylinder mit Durchmessern von 12 mm bis 25 mm dienen hier als Aktuatoren für kleine Greifer oder zum genauen Positionieren von Bauteilen.

Handwerk und Werkstatt: Auch in halbautomatischen Vorrichtungen, etwa in Schreinereien zum Verleimen oder in Schlossereien zum Fixieren beim Schweißen, leisten robuste Kompaktzylinder zuverlässige Dienste. Sie sind unempfindlicher gegen Staub als elektrische Antriebe und bieten eine hohe Kraftdichte.

Auswahlhilfe: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Damit der gewählte Zylinder zuverlässig arbeitet, sollten Sie vor der Bestellung einige technische Parameter prüfen. Folgende Punkte sind entscheidend:

  1. Kolbendurchmesser: Dieser bestimmt die Kraft. Berechnen Sie die benötigte Kraft (Kraft = Druck x Kolbenfläche) und wählen Sie den nächstgrößeren Durchmesser. Gängige Größen sind 20, 32, 40, 50, 63, 80 und 100 mm.
  2. Hublänge: Wie weit muss der Zylinder ausfahren? Standardhübe sind oft in Schritten gestaffelt (z.B. Hub 5, Hub 10, 25, 50 mm). Sonderhübe sind möglich, aber oft teurer und haben längere Lieferzeiten.
  3. Anschlussgewinde: Achten Sie darauf, ob die Anschlüsse metrisch (z.B. M5 für kleine Zylinder) oder in Zoll (G1/8, G1/4) ausgeführt sind, um die passenden Verschraubungen zu bestellen.
  4. Kolbenstangenende: Benötigen Sie ein Außengewinde (zum Aufschrauben von Gabelköpfen) oder ein Innengewinde (kompakter, Schraube wird in die Stange gedreht)?
  5. Umgebungsbedingungen:
  • Temperatur: Standarddichtungen (meist Polyurethan oder NBR) halten oft bis ca. 80°C. Für höhere Temperaturen sind Viton-Dichtungen nötig.
  • Korrosion: In der Lebensmittelindustrie oder im Außenbereich sollten Sie Varianten aus Edelstahl oder mit speziellen Beschichtungen wählen. Standard ist oft eloxiertes Aluminium für das Gehäuse und Stahl (verchromt) oder Edelstahl für die Kolbenstange.
  1. Zubehör: Denken Sie an die Befestigung. Benötigen Sie einen Flansch, Fußbefestigungen oder Gabelköpfe? Dank ISO 21287 ist das Zubehör oft modular und leicht verfügbar.

Zusammenfassend bietet der Kompaktzylinder eine unschlagbare Kombination aus Leistung und Platzersparnis. Wer die Anforderungen seiner Anwendung genau kennt und auf Standards wie ISO 21287 setzt, erhält eine langlebige, wartungsarme und effiziente Antriebslösung für nahezu jede Automatisierungsaufgabe.

Kompaktzylinder bei ESSKA

Als Fachhändler für Industrie- und Handwerksbedarf bietet ESSKA eine breite Auswahl an hochwertigen Kompaktzylindern verschiedener führender Hersteller. Das Sortiment umfasst zahlreiche Baugrößen, Hublängen und Varianten – von klassischen doppeltwirkenden Ausführungen bis hin zu spezialisierten Sonderbauformen wie verdrehgesicherten Zylindern oder Zylindern mit durchgehender Kolbenstange. Die Auswahl erfolgt bequem über übersichtliche Produktfilter, mit denen Nutzer gezielt nach Kolbendurchmesser, Hublänge, Anschlussgewinde oder spezifischen Bauformen suchen können. Für den kurzfristigen Ersatzbedarf steht eine Vielzahl an lagernden Modellen zur Verfügung, sodass der Versand in der Regel schnell erfolgt und Ausfallzeiten in der Produktion minimiert werden. Neben attraktiven Preisen bietet ESSKA auch eine kompetente Beratung bei der Auswahl der optimalen Kompaktzylinder für individuelle Anforderungen in Maschinenbau, Anlagenbau, Handwerk oder öffentlicher Beschaffung. Durch die Erfüllung der gängigen Normen, wie ISO 21287, profitieren Kunden dabei von größtmöglicher Flexibilität und einer zuverlässigen Integration in bestehende Systeme. Ergänzend finden Anwender im Onlineshop passendes Zubehör wie Sensoren, Montagehalterungen und Anschlussverschraubungen, sodass sich maßgeschneiderte Pneumatiklösungen einfach und effizient umsetzen lassen.