Feuerwehrschläuche

25 Produkte in 402 Ausführungen
Entdecken Sie Feuerwehrschläuche mit Storz-Kupplung in verschiedenen Längen und Druckstufen. Ideal für Handwerk, Industrie und Feuerwehr.
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Feuerwehrschläuche: Alles zu Typen, Größen und Einsatzzwecken

Für Handwerk, Industrie und die öffentliche Hand ist die Auswahl des richtigen Schlauchmaterials entscheidend. Ob für den professionellen Brandschutz, die Entwässerung auf Baustellen oder industrielle Reinigungsprozesse – der Begriff „Feuerwehrschlauch“ deckt ein breites Spektrum an technischen Lösungen ab. Doch nicht jeder Schlauch, der rot oder weiß ist und über Kupplungen verfügt, ist für jeden Einsatzzweck geeignet.

Die Grundlagen: Aufbau und Normierung

Ein Feuerwehrschlauch ist weit mehr als nur eine flexible Röhre. Moderne Druckschläuche sind Hochleistungstextilien. Sie bestehen in der Regel aus zwei Hauptkomponenten:

  1. Die Außenschicht (Gewebe): Meist aus hochfestem Polyestergarn gefertigt. Sie muss extrem reißfest sein, den Innendruck aufnehmen und den Schlauch vor Abrieb schützen, wenn er über Asphalt, Schotter oder Trümmer gezogen wird.
  2. Die Innenschicht (Gummierung): Diese sorgt für die Wasserdichtigkeit und eine glatte Oberfläche, um den Reibungsverlust des Wassers so gering wie möglich zu halten. Materialien wie EPDM-Gummi sind hier Standard.

DIN 14811 vs. Bauschlauch

Für Einkäufer aus der Industrie und dem Handwerk ist eine Unterscheidung besonders wichtig: Der Unterschied zwischen einem genormten Feuerwehrschlauch und einem sogenannten Bauschlauch (oder Industrieschlauch).

  • Feuerwehrschlauch nach DIN 14811: Dieser Schlauch unterliegt strengsten Prüfverfahren. Er muss definierten Berstdrücken standhalten (oft über 60 bar), ist abriebfest, verrottungsbeständig und für den harten Einsatz bei Feuerwehren zugelassen. Der Betriebsdruck liegt hier meist bei 16 bar.
  • Bauschlauch: Diese Schläuche sind oft optisch ähnlich, aber technisch deutlich einfacher aufgebaut. Sie sind für niedrigere Drücke (oft 8 bis 10 bar) ausgelegt und haben eine geringere Wandstärke. Für das Abpumpen einer Baugrube ist dies völlig ausreichend und kosteneffizient. Für den Brandschutz oder die Speisung von Hochleistungspumpen sind sie jedoch ungeeignet und stellen ein Sicherheitsrisiko dar.

Das Schlauch-Alphabet: Größen und Einsatzzwecke im Detail

Die Feuerwehr klassifiziert ihre Schläuche nach Buchstaben. Diese Bezeichnungen definieren den Innendurchmesser und damit auch die kompatiblen Kupplungen (Storz-System). Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung der gängigen Typen A, B, C und F.

C-Schlauch: Der Standard für den Löschangriff

Der C-Schlauch ist der bekannteste und am häufigsten eingesetzte Druckschlauch. Wenn Sie an einen Feuerwehrmann denken, der ein Strahlrohr hält, ist dieser fast immer an einen C-Schlauch angeschlossen.

  • Durchmesser: Es gibt zwei gängige Varianten. Der Standard ist der C-52 (52 mm Innendurchmesser). Für den Innenangriff, wo es auf Wendigkeit ankommt, wird manchmal der dünnere C-42 (42 mm) verwendet.
  • Durchflussmenge: Ein C-Schlauch fördert bei Standardbedingungen etwa 100 bis 200 Liter pro Minute, kann technisch aber bis zu 600 Liter und mehr transportieren, abhängig vom Druck und der Reibung.
  • Einsatzbereich: Er dient als „Angriffsleitung“. Das bedeutet, er ist flexibel genug, um in Gebäude gezogen zu werden, um Ecken gelegt zu werden und dabei handhabbar zu bleiben.
  • Länge: Die Standardlänge beträgt 15 Meter (bei C-42 oft 15 oder 30 Meter) oder 20 Meter.

Für Industrieanwendungen ist der C-Schlauch ideal für Reinigungsarbeiten mit Hydrantenanschluss oder kleinere Pumparbeiten, da er einen guten Kompromiss aus Wassermenge und Handlichkeit bietet.

B-Schlauch: Die Versorgungsleitung

Der B-Schlauch ist der „große Bruder“ des C-Schlauchs. Er ist schwerer, steifer und im gefüllten Zustand von einer einzelnen Person kaum zu bewegen.

  • Durchmesser: 75 mm.
  • Durchflussmenge: Aufgrund des größeren Querschnitts sind Fördermengen von 800 bis über 1600 Litern pro Minute möglich.
  • Einsatzbereich: B-Schläuche dienen primär als Förderleitung, um Wasser von der Wasserentnahmestelle (Hydrant, offenes Gewässer) zur Pumpe oder von der Pumpe zum Verteiler zu bringen. Auch Wasserwerfer werden meist direkt mit B-Schläuchen gespeist.
  • Besonderheit: Im gefüllten Zustand ist ein B-Schlauch extrem starr. In der Landwirtschaft und auf Baustellen wird er oft verwendet, um große Wassermengen über längere Strecken zu transportieren (z.B. Grundwasserabsenkung).

Fragen wie „Was ist größer, B oder C-Schlauch?“ lassen sich somit einfach beantworten: Der B-Schlauch ist deutlich größer und leistungsfähiger, aber auch unhandlicher als der C-Schlauch.

A-Schlauch: Die Saugleitung

Der Feuerwehr A-Schlauch unterscheidet sich konstruktiv meist von den B- und C-Schläuchen. Während B und C Druckschläuche sind, die sich flach zusammenrollen lassen, ist der A-Schlauch in der Regel ein Saugschlauch.

  • Durchmesser: 110 mm.
  • Konstruktion: Er ist formstabil. Eine eingearbeitete Metallspirale verhindert, dass sich der Schlauch bei Unterdruck zusammenzieht.
  • Einsatzbereich: Er wird fast ausschließlich genutzt, um Wasser aus offenen Gewässern (Flüsse, Seen, Zisternen) anzusaugen. Er verbindet das Gewässer mit dem Saugeingang der Feuerlöschkreiselpumpe.
  • Sonderformen: Es gibt auch A-Druckschläuche für spezielle Hochleistungspumpensysteme, diese sind jedoch im Standard-Löschzug selten.

F-Schlauch: Für Spezialaufgaben und Katastrophenschutz

Der F-Schlauch ist im normalen Feuerwehralltag selten zu sehen, gewinnt aber im Zuge von Hochwasserlagen und Industrieanwendungen an Bedeutung.

  • Durchmesser: 150 mm.
  • Einsatzbereich: Diese Dimension wird für Hytrans Fire Systeme (HFS) oder große Förderpumpen im Hochwasserschutz eingesetzt. Hier geht es darum, massive Wassermengen (oft mehrere Tausend Liter pro Minute) über weite Strecken bei vergleichsweise niedrigem Druck zu fördern.
  • Verfügbarkeit: F-Schläuche sind Spezialartikel. Sie werden oft auf speziellen Abrollcontainern verlastet, da ihr Gewicht und Volumen enorm sind.

Verbindungstechnik: Das Storz-System

Ein entscheidender Vorteil im deutschen und vielen europäischen Systemen ist die Storz-Kupplung. Anders als bei Verschraubungen gibt es hier kein „Männchen“ und „Weibchen“ (Vater- und Mutterstück).

Das System ist hermaphroditisch: Jede Kupplung einer bestimmten Größe passt auf jede andere derselben Größe. Das verhindert Zeitverlust im Einsatz, da man nicht nach dem passenden Ende des Schlauchs suchen muss.

Die Knaggenabstände (KA)

Um sicherzustellen, dass Sie das richtige Zubehör kaufen, sollten Sie nicht nur auf den Buchstaben (A, B, C), sondern auch auf den Knaggenabstand achten. Das ist der innere Abstand zwischen den beiden Klauen der Kupplung:

  • Storz D: 31 mm
  • Storz C: 66 mm (Wichtig: Es gibt auch 52er Schläuche mit anderen Kupplungen für die Industrie, aber im Feuerwehrbereich ist 66 mm Standard).
  • Storz B: 89 mm
  • Storz A: 133 mm
  • Storz F: 160 mm (bei F-Schläuchen gibt es auch 3-Knaggen-Varianten, hier ist Vorsicht geboten).

Kaufberatung für verschiedene Anwendergruppen

Je nachdem, aus welchem Sektor Sie kommen, gelten unterschiedliche Prioritäten bei der Beschaffung.

1. Öffentliche Hand und Feuerwehren

Hier ist die DIN 14811 das Maß aller Dinge. Achten Sie auf zertifizierte Ware. Billigimporte ohne Zulassung führen im Schadensfall zu Haftungsproblemen und gefährden die Einsatzkräfte.

  • Empfehlung: Polyesterschläuche mit hochwertiger Gummierung, Betriebsdruck 16 bar, Platzdruck min. 60 bar.
  • Längen: Standardisieren Sie auf 15m oder 20m, um die Taktik nicht durcheinanderzubringen.

2. Bauindustrie und Handwerk

Für das Lenzen von Baugruben oder die Reinigung von Straßen benötigen Sie Robustheit, aber nicht zwingend die Hitzebeständigkeit eines Feuerwehrschlauchs.

  • Empfehlung: Ein hochwertiger Bauschlauch mit Storz-Kupplungen ist oft ausreichend. Achten Sie jedoch auf eine abriebfeste Außenbeschichtung, wenn der Schlauch oft über Beton gezogen wird.
  • Größe: Nutzen Sie meist C-Schläuche für Handarbeiten (Reinigung) und B-Schläuche für Pumpenabgänge (Schmutzwasserpumpen).
  • Tipp: Achten Sie darauf, dass die Kupplungen fachgerecht eingebunden sind (Drahteinbindung oder Presshülsen), damit sie sich unter Last nicht lösen.

3. Landwirtschaft

Hier werden oft lange Wegstrecken zur Bewässerung überbrückt.

  • Empfehlung: B-Schläuche sind hier Standard. Achten Sie auf UV-Beständigkeit, da die Schläuche oft tagelang in der Sonne liegen. Schwarze Gummischläuche oder speziell beschichtete Kunstfaserschläuche halten der UV-Strahlung besser stand als einfaches weißes Gewebe.

Technische Leistungsdaten und Physik

Beim Kauf von Schläuchen wird oft die Frage nach dem Druckverlust vernachlässigt. Wasser, das durch einen Schlauch fließt, erzeugt Reibung an der Innenwand. Je dünner der Schlauch und je höher die Fließgeschwindigkeit, desto höher der Druckverlust.

Beispielrechnung (Faustformel): Wenn Sie 800 Liter Wasser pro Minute durch einen C-Schlauch pressen wollen, ist der Reibungswiderstand so enorm, dass am Ende kaum noch Druck ankommt (bzw. der Schlauch platzen könnte). Derselbe Volumenstrom von 800 l/min fließt durch einen B-Schlauch mit moderatem Druckverlust.

  • Für Mengen bis ca. 200 l/min: C-Schlauch
  • Für Mengen ab 400 l/min: B-Schlauch
  • Für Großmengen (Hochwasser): F-Schlauch oder doppelte B-Leitung.

Dies ist entscheidend für die Auswahl der richtigen Pumpe und Schlauchkombination. Eine starke Pumpe nützt nichts, wenn ein zu dünner Schlauch die Leistung „abwürgt“.

Pflege, Wartung und Haltbarkeit

Damit Feuerwehrschläuche lange halten, müssen sie gepflegt werden. Ein nasser Schlauch, der wochenlang aufgerollt im Fahrzeug oder Lager liegt, beginnt zu schimmeln und zu verrotten (Stockflecken).

  1. Reinigung: Nach jedem Gebrauch sollten Schläuche von Schlamm und Chemikalien gereinigt werden.
  2. Trocknung: Moderne Synthetikschläuche sind zwar verrottungsfest, dennoch sollten sie getrocknet werden, um Schimmelbildung am Gewebe und Geruchsbelästigung zu vermeiden.
  3. Prüfung: Nach jedem Einsatz und mindestens einmal jährlich sollten Druckschläuche einer Sichtprüfung und einer Druckprüfung unterzogen werden (bei Feuerwehren vorgeschrieben). Achten Sie auf Beschädigungen am Gewebe, lockere Einbindungen an der Kupplung oder poröse Dichtungen in der Storz-Kupplung.

Welchen Schlauch benötigen Sie?

Die Wahl des richtigen Feuerwehrschlauchs hängt primär vom Einsatzzweck und der benötigten Wassermenge ab.

  • Benötigen Sie maximale Beweglichkeit für Reinigungsarbeiten oder Löschangriffe? Greifen Sie zum C-Schlauch (52 mm).
  • Müssen Sie Wasser über Strecken transportieren oder große Pumpen anschließen? Der B-Schlauch (75 mm) ist Ihre Wahl.
  • Müssen Sie Wasser aus einem Teich saugen? Dann benötigen Sie einen formstabilen A-Saugschlauch.
  • Sind Sie im professionellen Einsatz? Achten Sie zwingend auf die DIN 14811.
  • Arbeiten Sie auf dem Bau? Ein robuster Industrie-/Bauschlauch spart Kosten, ohne die Funktion zu beeinträchtigen.

Durch die Beachtung dieser Kriterien stellen Sie sicher, dass Ihre Ausrüstung im Ernstfall zuverlässig funktioniert und wirtschaftlich sinnvoll beschafft wird. Achten Sie beim Kauf stets auf die Qualität der Kupplungseinbindung und das Material des Außenmantels, um vorzeitigem Verschleiß vorzubeugen.

Feuerwehrschläuche bei ESSKA

ESSKA bietet eine große Auswahl an Feuerwehrschläuchen für die unterschiedlichsten Anforderungen in Handwerk, Industrie und bei Einsatzkräften. Das Sortiment umfasst Schläuche nach DIN 14811 sowie Bauschläuche in verschiedenen Größen, sodass sowohl professionelle Brandbekämpfung als auch Entwässerungs- und Reinigungsaufgaben abgedeckt werden können. Kunden profitieren von einer breiten Verfügbarkeit, kurzen Lieferzeiten und zertifizierter Qualität, die den aktuellen Normen und hohen Sicherheitsstandards entsprechen. Darüber hinaus finden Käufer bei ESSKA das passende Zubehör wie Storz-Kupplungen, Dichtungen und Verbindungstechnik, um eine einsatzbereite und zuverlässige Schlauchausrüstung zu gewährleisten. Für spezielle Einsatzgebiete wie Hochwasserschutz oder industrielle Anwendungen hält das Angebot robuste F-Schläuche sowie langlebige, UV-beständige Materialien bereit. Bei Bedarf unterstützt das erfahrene ESSKA-Team mit kompetenter Beratung, damit Anwender die für ihren Zweck optimal geeigneten Feuerwehrschläuche und Systemkomponenten auswählen können.