PE - Schläuche
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Polyethylen (PE) hat sich in den letzten Jahrzehnten zum dominierenden Werkstoff in der modernen Versorgungstechnik entwickelt. Ob in der kommunalen Trinkwasserversorgung, der landwirtschaftlichen Bewässerung, der Industrieanlagentechnik oder im privaten Handwerk: PE-Rohre und PE-Schläuche bieten eine Kombination aus Langlebigkeit, chemischer Beständigkeit und mechanischer Flexibilität, die von kaum einem anderen Material erreicht wird.
Für Handwerker, Planer und industrielle Einkäufer ist die Auswahl jedoch oft komplex. Die Vielfalt an Bezeichnungen – von PE 80 über PE 100 bis PE 100-RC, von SDR 11 bis SDR 17 – sowie die Unterscheidung zwischen flexiblen Schläuchen und starren Rohren erfordert fundiertes Fachwissen. Eine falsche Wahl kann zu Druckverlusten, Leckagen oder einer verkürzten Lebensdauer des Systems führen.
Obwohl beide Produkte aus dem gleichen Grundstoff Polyethylen bestehen, gibt es in der Praxis eine klare Trennung zwischen dem, was der Markt als "Schlauch" und dem, was er als "Rohr" bezeichnet. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die Wahl der richtigen Verbindungstechnik und Fittings.
Wenn von PE-Schläuchen die Rede ist, handelt es sich meist um Produkte aus PE-LD (Low Density Polyethylene). Durch die geringere Dichte der Polymerketten ist das Material weicher und flexibler.
PE-Rohre werden vorwiegend aus PE-HD (High Density Polyethylene) gefertigt. Die hohe Dichte sorgt für eine harte, zähe Struktur.
Wer PE-Rohre für Druckanwendungen kauft, stößt unweigerlich auf die Bezeichnungen PE 80, PE 100 oder PE 100-RC. Diese Kürzel beschreiben die Zeitstandfestigkeit des Materials – ein entscheidender Faktor für die Lebensdauer unter Druck.
PE 80 war lange Zeit der Standard für Gas- und Wasserleitungen, insbesondere bei kleineren Durchmessern.
PE 100 ist der heutige Industriestandard für die meisten Druckrohranwendungen.
In der modernen Verlegetechnik, insbesondere bei grabenlosen Verfahren (z. B. Spülbohren) oder der Verlegung ohne Sandbett, sind Rohre extremen Punktlasten durch Steine oder Scherben ausgesetzt.
Ein häufiges Missverständnis bei der Auswahl von PE-Rohren entsteht durch die Verwechslung von Druckstufen und Wandstärkenverhältnissen. Um das richtige Rohr zu bestellen, müssen Sie zwei Werte verstehen: PN und SDR.
Der SDR-Wert ist eine dimensionslose Kennzahl, die das Verhältnis von Rohraußendurchmesser zur Wandstärke beschreibt.
Ein Rohr mit SDR 11 hat also eine dickere Wandung als ein Rohr mit SDR 17.
Der PN-Wert gibt den zulässigen Betriebsdruck in Bar bei 20 °C Wasser an. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Materialtyp, SDR und PN.
Beispielhafte Tabelle für PE 100 Rohre:
SDR-Wert Verhältnis Typischer Nenndruck (PE 100) Anwendungsempfehlung SDR 17 Dünnwandig PN 10 (10 bar) Abwasser, Bewässerung, leichte Druckleitungen SDR 11 Dickwandig PN 16 (16 bar) Trinkwasserhausanschlüsse, industrielle Druckluft, Gas SDR 7,4 Sehr dickwandig PN 25 (25 bar) Hochdruckanwendungen, spezielle Industriezwecke Praxistipp: Achten Sie bei der Auswahl von Fittings (Zubehör) darauf, dass diese für den Druckbereich des Rohres zugelassen sind. Ein PN 16 Rohr bringt keinen Sicherheitsvorteil, wenn das verbaute Fitting nur für PN 10 ausgelegt ist.
PE-Rohre sind in verschiedenen Farben erhältlich, die nicht der Ästhetik dienen, sondern als unverwechselbare Kennzeichnung für das transportierte Medium fungieren. Diese Codierung ist in Normen geregelt und sollte strikt eingehalten werden, um Verwechslungen bei späteren Erdarbeiten zu vermeiden.
Dies ist das internationale Signal für Trinkwasser.
Dies kennzeichnet Gasleitungen.
Schwarze PE-Rohre sind die "Allrounder" und werden häufig für Brauchwasser, Abwasser, Beregnung oder industrielle Anwendungen genutzt.
Häufig verwendet für Abwasserdruckleitungen oder spezielle Vakuumsysteme in der Kanalisation.
Die größte Stärke von PE-Systemen ist ihre Vielseitigkeit in der Verbindungstechnik. Je nach Durchmesser und Anforderung (dauerhaft verschweißt vs. lösbar) kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz.
Dies ist die Standardlösung für Handwerk, Gartenbau und Wasserinstallationen bis ca. 110 mm Durchmesser.
Hierbei werden spezielle Fittings verwendet, in die ein Widerstandsdraht eingegossen ist. Ein Schweißgerät legt Spannung an, der Draht erhitzt sich und verschmilzt Fitting und Rohr untrennbar miteinander.
Die Rohrenden werden plan gehobelt und mit einem Heizelement (Spiegel) erhitzt, bis das Material plastisch wird. Dann werden die Enden mit definiertem Druck aufeinandergepresst.
Da Klemmverbinder die häufigste Verbindungsart im Handwerks- und DIY-Bereich sind, finden Sie hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine dauerhaft dichte Montage. Fehler bei der Vorbereitung sind die häufigste Ursache für Leckagen.
Schritt 1: Rechtwinkliges Ablängen Schneiden Sie das PE-Rohr exakt im 90-Grad-Winkel ab. Verwenden Sie dafür idealerweise eine Rohrschere für Kunststoffrohre. Sägen erzeugen Grate, die entfernt werden müssen. Ein schiefer Schnitt führt dazu, dass das Rohr nicht gleichmäßig am Anschlag im Fitting anliegt.
Schritt 2: Anfasen (Wichtig!) Die Kante des Rohres muss angefast (angeschrägt) werden.
Schritt 3: Einstecktiefe markieren Messen Sie, wie tief das Rohr in das Fitting gesteckt werden muss, bis es den inneren Anschlag erreicht, und markieren Sie diese Länge außen auf dem Rohr. So stellen Sie sicher, dass Sie das Rohr weit genug einschieben.
Schritt 4: Montage Lösen Sie die Überwurfmutter (nicht ganz abschrauben, nur lockern). Schieben Sie das Rohr durch die Mutter, den Klemmring und den O-Ring bis zum markierten Anschlag. Es muss ein spürbarer Widerstand (der O-Ring) überwunden werden.
Schritt 5: Festziehen Ziehen Sie die Überwurfmutter handfest an. Für die finale Dichtheit nutzen Sie einen Montageschlüssel oder eine Rohrzange (Bandzange), um die Mutter festzuziehen. Achtung bei Kunststofffittings: Nach "fest" kommt "ab". Überdrehen Sie das Gewinde nicht.
Beim Einsatz von PE-Rohren müssen physikalische Eigenschaften berücksichtigt werden, die sich von Metallrohren unterscheiden.
Kunststoffe dehnen sich bei Wärme deutlich stärker aus als Metall.
PE-Rohre sind flexibel, aber nicht unbegrenzt biegbar. Ein Knick im Rohr schwächt das Material dauerhaft.
Kunden fragen oft: "Was ist besser, PE oder PVC?" oder "Warum kein PP-Rohr?". Hier ein direkter Vergleich zur Entscheidungshilfe.
PE (Polyethylen) vs. PVC-U (Polyvinylchlorid)
PE vs. PP (Polypropylen)
Die Wahl des richtigen PE-Rohrsystems hängt maßgeblich vom Einsatzzweck ab.
PE-Systeme sind eine Investition in die Zukunft. Ein fachgerecht verlegtes PE-Rohr aus zertifiziertem Material hält im Erdreich problemlos 50 bis 100 Jahre. Achten Sie beim Kauf auf Normkennzeichnungen (DIN, EN, DVGW), um sicherzustellen, dass Sie keine minderwertige Rezyklat-Ware erhalten, die unter Druck versagen könnte.
Was bedeutet die Angabe DN und DA?
Kann ich PE-Rohr kleben? Nein. Polyethylen ist chemisch sehr inaktiv. Handelsübliche Klebstoffe (wie Tangit für PVC) lösen die Oberfläche nicht an. Eine dichte Verbindung ist nur durch thermisches Schweißen oder mechanische Klemmung möglich.
Sind PE-Rohre frostsicher? Das Material selbst nimmt durch Frost keinen Schaden (es platzt nicht so schnell wie PVC oder Metall, da es sich dehnen kann). Dennoch sollte gefrierendes Wasser im Rohr vermieden werden, da die Ausdehnung des Eises Fittings absprengen oder das Rohr über die Dehngrenze hinaus beanspruchen kann. Leitungen im frostgefährdeten Bereich sollten entleert oder unterhalb der Frostgrenze (in DE meist >80 cm tief) verlegt werden.
ESSKA bietet eine große Auswahl an PE-Schläuchen für unterschiedliche Anwendungen in Handwerk, Industrie und Labor. Das Sortiment umfasst verschiedene Durchmesser und Wandstärken, sodass für nahezu jeden Einsatzzweck die passende Lösung verfügbar ist. Ob für die Pneumatik, Steuerleitungen, Bewässerung oder den Transport von Lebensmitteln – bei ESSKA finden Sie den richtigen PE-Schlauch aus hochwertigem Material, auf Wunsch auch in Rollen oder zugeschnitten auf individuelle Längen. Alle angebotenen Schläuche überzeugen mit Flexibilität, Haltbarkeit und guten Druckeigenschaften. Dank schneller Lieferzeiten und einer kompetenten Beratung ist ESSKA ein zuverlässiger Partner für Anwender, die Wert auf Qualität und Sicherheit legen. Sie profitieren außerdem von einem umfangreichen Zubehörprogramm, das passende Fittings und Verbindungstechnik für Ihre Anforderungen bereithält. Damit bietet ESSKA alles aus einer Hand, um Ihre Projekte effizient und fachgerecht umzusetzen.