PU - Schläuche
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In der modernen Automatisierungstechnik, im Maschinenbau und im handwerklichen Alltag ist eine zuverlässige Medienversorgung unerlässlich. Ob Druckluft für Werkzeuge, Steuersignale für Ventile oder der Transport von abrasiven Granulaten: Der Schlauch ist die Lebensader des Systems. Hier hat sich der Polyurethan Schlauch (kurz PU oder PUR) als unangefochtener Standard für flexible Anwendungen etabliert.
Doch warum ist gerade Polyurethan so beliebt? Die Antwort liegt in der einzigartigen Kombination physikalischer Eigenschaften. Im Gegensatz zu starren Rohren oder einfachen PVC-Leitungen bietet ein PU-Schlauch eine extreme Flexibilität bei gleichzeitig hoher mechanischer Belastbarkeit. Er schließt die Lücke zwischen weichem Gummi und härteren Kunststoffen wie Polyamid (PA).
Polyurethan (PUR) ist ein thermoplastisches Elastomer. Das klingt kompliziert, bedeutet für den Anwender aber vor allem eines: Das Material verhält sich gummiähnlich elastisch, lässt sich aber wie ein Kunststoff verarbeiten und formen.
Wenn Sie einen Polyurethanschlauch in die Hand nehmen, spüren Sie sofort den Unterschied zu anderen Materialien. Er ist weich, lässt sich eng biegen, ohne abzuknicken, und kehrt nach Verformungen in seine ursprüngliche Form zurück. Dieses „Formgedächtnis“ ist besonders in der Pneumatik Gold wert, wo Leitungen oft bewegt werden müssen.
Die Beliebtheit von PU-Schläuchen in der Industrie und im Handwerk beruht auf vier wesentlichen Säulen:
Nicht jeder „PU-Schlauch“ ist gleich. Chemisch gesehen gibt es zwei Hauptgruppen von Polyurethanen, die je nach Einsatzzweck gewählt werden müssen. Oft wird dies beim Kauf übersehen, was zu vorzeitigen Ausfällen führen kann.
Dies ist die Standard-Variante für viele pneumatische Anwendungen. Polyester-PU zeichnet sich durch eine hervorragende Beständigkeit gegen Öle, Fette und Treibstoffe aus. Wenn Ihre Druckluft leicht ölhaltig ist oder der Schlauch in einer öligen Umgebung liegt, ist dies die richtige Wahl. Der Nachteil: Polyester-PU ist anfällig für Hydrolyse. Das bedeutet, dass der Kunststoff durch den Kontakt mit heißem Wasser oder hoher Luftfeuchtigkeit bei hohen Temperaturen mit der Zeit zersetzt wird.
Diese Variante ist die Lösung für feuchte Umgebungen. Polyether-Polyurethan ist hydrolysebeständig und resistent gegen Mikrobenbefall. Wenn der Schlauch im Außenbereich (Feuchtigkeit), in der Lebensmittelindustrie oder für wasserführende Leitungen eingesetzt wird, sollten Sie zwingend auf Polyether-Basis setzen. Auch die chemische Beständigkeit gegen schwache Säuren und Laugen ist oft besser als bei der Polyester-Variante.
Damit der Schlauch perfekt in Ihr System passt, müssen Sie mehr als nur die Länge und Farbe definieren. Die technischen Parameter entscheiden über Sicherheit und Langlebigkeit.
In der modernen Pneumatik werden überwiegend Steckverschraubungen (Push-in Fittings) verwendet. Diese greifen den Schlauch von außen. Daher ist bei Pneumatikschläuchen der Außendurchmesser das entscheidende Maß. Die Toleranzen müssen hier extrem gering sein, damit die Verbindung dicht ist.
Typische Standardgrößen (Außen x Innen) sind:
Achten Sie beim Kauf auf die Bezeichnung „außenkalibriert“, wenn Sie Steckverbinder nutzen. Wenn Sie hingegen Schlauchtüllen (Barbs) verwenden, auf die der Schlauch aufgeschoben wird, ist der Innendurchmesser das führende Maß.
Ein häufiges Missverständnis betrifft den Betriebsdruck (gemessen in bar). Hersteller geben oft einen maximalen Betriebsdruck bei 20 °C an (z. B. 10 bis 12 bar). Es ist jedoch physikalisch bedingt, dass thermoplastische Kunststoffe bei Erwärmung weicher werden.
Prüfen Sie also immer die Kombination aus maximaler Temperatur und maximalem Druck. Für Standardanwendungen in der Werkstatt (6–8 bar) ist ein normaler PU-Schlauch in der Regel ausreichend, solange es nicht extrem heiß wird.
Die Härte des Materials wird in „Shore“ angegeben. Für Pneumatikschläuche hat sich Shore 98A als Industriestandard etabliert.
Neben dem klassischen „Meterware von der Rolle“-Schlauch gibt es spezialisierte Bauformen, die Ihnen die Arbeit erleichtern können.
Hierbei sind zwei PU-Schläuche (oft in unterschiedlichen Farben wie Blau und Schwarz) fest miteinander verschweißt. Dies ist ideal für die Installation von Zylindern, die eine Vor- und Rücklaufleitung benötigen. Sie verlegen nur einen Strang statt zwei loser Leitungen, was für Ordnung und Sicherheit sorgt und „Kabelsalat“ verhindert.
Jeder kennt sie von der Ausblaspistole an der Werkbank. PU-Spiralschläuche nutzen das elastische Gedächtnis des Materials maximal aus. Sie lassen sich auf eine große Arbeitslänge ausziehen und ziehen sich anschließend wieder kompakt zusammen. Wichtig hierbei: Achten Sie auf die Qualität der „Rückstellkraft“. Hochwertige PUR-Schläuche leiern auch nach Jahren nicht aus, während billige Varianten oft nach kurzer Zeit durchhängen.
In der Elektronikfertigung oder in explosionsgefährdeten Bereichen können statische Aufladungen durch strömende Luft gefährlich sein. Hier gibt es spezielle antistatische PU-Schläuche (oft schwarz durch Rußbeimischung), die eine elektrische Leitfähigkeit besitzen. Für Schweißroboter gibt es zudem „flammwidrige“ oder „funkenabweisende“ Varianten, oft mit einem zusätzlichen Außenmantel, der den inneren Druckschlauch vor Schweißperlen schützt.
Um sicherzugehen, dass Polyurethan die richtige Wahl ist, lohnt sich ein Blick auf die Alternativen.
Die Auswahl der richtigen Farbe ist nicht nur eine Frage der Ästhetik. In komplexen Anlagen helfen farbcodierte Schläuche bei der Fehlersuche.
Ein häufiger Fehler, der zu Leckagen führt, ist der falsche Zuschnitt. Wenn Sie einen PU-Schlauch mit einer Schere oder einem Seitenschneider durchtrennen, wird das Schlauchende oval gequetscht. Ein runder Steckverbinder kann diesen ovalen Schlauch nicht perfekt abdichten.
Obwohl Polyurethan robust ist, mag es keine dauerhafte, intensive UV-Bestrahlung (direktes Sonnenlicht), sofern es nicht speziell schwarz eingefärbt oder UV-stabilisiert ist. Lagern Sie Rollenware daher am besten lichtgeschützt im Karton oder im dunklen Lagerregal. So verhindern Sie, dass das Material über Jahre hinweg spröde wird oder vergilbt.
Während der Fokus oft auf der Pneumatik liegt, kann der Polyurethanschlauch noch mehr.
Ein PU-Schlauch ist oft nur ein „C-Teil“ mit geringem Stückpreis, aber seine Bedeutung für die Anlagenverfügbarkeit ist enorm. Ein geplatzter oder abgeknickter Schlauch kann eine ganze Fertigungslinie stilllegen. Die Investition in hochwertige, kalibrierte Polyurethanschläuche – passend ausgewählt nach Härte, Durchmesser und Umgebungseinflüssen – ist daher eine Versicherung für den reibungslosen Betrieb.
Egal ob Sie eine komplexe Steuerung verdrahten, eine Werkstatt ausrüsten oder abrasive Medien transportieren müssen: Mit der richtigen Variante des Polyurethan-Schlauchs erhalten Sie eine langlebige, flexible und sichere Lösung.
Was bedeutet „innenkalibriert“ bei PU-Schläuchen? Standardmäßig sind Pneumatikschläuche für Steckverbinder außenkalibriert (der Außendurchmesser ist fix). „Innenkalibriert“ bedeutet, dass der Innendurchmesser mit sehr geringer Toleranz gefertigt wurde. Dies ist wichtig, wenn Sie den Schlauch auf Tüllen oder Nippel aufstecken wollen, wo der Halt durch die Dehnung des Innendurchmessers entsteht.
Kann ich PU-Schlauch für Wasser verwenden? Ja, aber mit Einschränkungen. Nutzen Sie für Wasseranwendungen unbedingt Polyether-PU, da dieses hydrolysebeständig ist. Standard-Polyester-PU kann sich bei Kontakt mit warmem Wasser über die Zeit zersetzen.
Wie beständig ist PU gegen Benzin und Öl? Polyurethan (insbesondere Polyester-Typen) ist sehr beständig gegen Öle, Fette und aliphatische Kohlenwasserstoffe. Gegenüber starken Säuren, Laugen oder chlorierten Kohlenwasserstoffen ist die Beständigkeit jedoch begrenzt. Prüfen Sie im Zweifel immer die Beständigkeitstabelle des Herstellers.
Warum platzt mein Schlauch, obwohl der Druck stimmt? Oft wird die Temperatur vergessen. Wenn ein Schlauch für 10 bar bei 20 °C ausgelegt ist, die Umgebungsluft an der Maschine aber 50 °C hat, sinkt die Druckfestigkeit drastisch, und der Schlauch kann schon bei 6–7 bar versagen. Planen Sie bei höheren Temperaturen immer Sicherheitsreserven ein oder wechseln Sie auf Polyamid (PA).
ESSKA bietet ein umfassendes Sortiment an PU-Schläuchen für unterschiedlichste Anforderungen in Handwerk und Industrie. Sie finden bei uns Schläuche in verschiedenen Durchmessern, Farben und Längen – stets mit präzisen Maßangaben und belastbaren Spezifikationen. Durch unsere übersichtlichen Kategorien können Sie schnell zwischen unterschiedlichen Varianten wie innenkalibriert, DUO-Schlauch oder Spiralschlauch wählen. Alle PU-Schläuche bei ESSKA sind auf gleichbleibende Qualität und Kompatibilität mit gängigen Fittings und Steckverbindern geprüft, sodass ein sicherer und zuverlässiger Einsatz garantiert ist. Profitieren Sie zudem von einer schnellen Verfügbarkeit großer Lagerbestände und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei Fragen stehen Ihnen technische Berater zur Seite, die Sie kompetent bei Auswahl, Auslegung und Anwendung der Schläuche unterstützen. So finden Sie im Sortiment von ESSKA sicher den passenden Polyurethan-Schlauch für Ihre nächste Anwendung.