Schleifvlies

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Schleifvlies für Holz und Edelstahl: Finden Sie das passende Produkt für Glättung und Politur. Effektive Ergebnisse für Handwerk und Industrie.
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Schleifvlies: Der flexible Alleskönner für Holz, Edelstahl und Lack

In der professionellen Oberflächenbearbeitung reicht klassisches Schleifpapier oft nicht aus. Besonders wenn es um unebene Werkstücke, Profile oder das Veredeln von Oberflächen geht, stößt starres Papier an seine Grenzen. Hier kommt Schleifvlies ins Spiel. Ob im Handwerk, in der Industrie oder in öffentlichen Werkstätten – dieses dreidimensionale Schleifmittel hat sich als unverzichtbares Werkzeug etabliert.

Wer hochwertige Ergebnisse beim Mattieren, Reinigen oder beim Lackzwischenschliff erzielen möchte, greift heute fast automatisch zum Vlies. Doch die Auswahl ist groß: Es gibt spezielles Schleifvlies für Holz, Varianten für die Metallbearbeitung und unterschiedliche Feinheitsgrade.

Was ist Schleifvlies und wie unterscheidet es sich von Schleifpapier?

Um zu verstehen, warum Schleifvlies (manchmal fälschlicherweise auch als „Schleifflies“ gesucht) in vielen Bereichen dem Schleifpapier überlegen ist, muss man sich die Struktur ansehen. Während bei Schleifpapier das Korn starr auf einer Papier- oder Gewebeunterlage fixiert ist, besteht Schleifvlies aus einem lockeren, dreidimensionalen Fasernetzwerk.

Die dreidimensionale Struktur

Die Nylonfasern des Vlieses sind mit Schleifkorn durchsetzt oder beschichtet. Diese offene Struktur bietet entscheidende Vorteile:

  1. Flexibilität: Das Vlies passt sich der Werkstückkontur an. Es „federt“ mit. Das bedeutet, dass Sie beim Bearbeiten von Profilen oder Rundungen die Geometrie des Werkstücks nicht verändern. Ein klassisches Schleifpapier würde an Kanten oft zu viel Material abtragen und das Profil „rundschleifen“. Das Vlies hingegen folgt der Form.
  2. Kein Zusetzen: Durch den offenen Raum zwischen den Fasern kann sich Schleifstaub kaum festsetzen. Während Schleifpapier bei harzigen Hölzern oder Lacken schnell verklebt und unbrauchbar wird, nimmt das Vlies den Staub auf oder lässt ihn hindurchfallen. Es bleibt länger einsatzbereit.
  3. Sanfterer Abtrag: Schleifvlies ist weniger aggressiv. Es ist primär für das Veredeln (Finishen), Reinigen und Mattieren gedacht, nicht für den groben Materialabtrag oder das Kalibrieren von Dicken.

Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit

Ein weiterer Aspekt für Industrie und Handwerk ist die Wirtschaftlichkeit. Ein hochwertiges Pad aus Schleifvlies lässt sich ausklopfen, auswaschen und mehrfach wiederverwenden. Es bricht nicht beim Falten und rostet nicht (sofern keine Stahlwolle enthalten ist, was bei modernen Vliesen meist der Fall ist). Dies macht es zu einer kosteneffizienten Lösung für tägliche Schleifarbeiten.

Schleifvlies für Holz: Perfekte Ergebnisse bei Möbeln und Innenausbau

Die Holzbearbeitung ist eines der Haupteinsatzgebiete für diese Technologie. Schleifvlies für Holz wird selten für den rohen Grobschliff verwendet, sondern brilliert in den feineren Prozessschritten.

Der Lackzwischenschliff

Beim Lackieren von Holzoberflächen stellen sich nach dem ersten Auftrag oft die Holzfasern auf, oder es bilden sich kleine Staubeinschlüsse. Würde man hier mit herkömmlichem Schleifpapier arbeiten, bestünde die Gefahr, die dünne Lackschicht an Kanten durchzuschleifen (sogenannte „Durchschliffe“).

Schleifvlies ist hier die sicherere Wahl. Es kappt die aufstehenden Fasern und mattiert die Oberfläche gleichmäßig an, ohne zu viel Schichtstärke abzutragen. Das Ergebnis ist eine ideale Haftbasis für die nächste Lackschicht. Durch die Flexibilität erreichen Sie auch Vertiefungen in profilierten Türen oder Zierleisten, die mit einem Schleifklotz unerreichbar wären.

Ölen und Wachsen

Ein Geheimtipp im Handwerk ist die Verwendung von Schleifvlies Holz beim Ölen. Anstatt das Öl nur mit einem Lappen aufzutragen, kann es mit einem feinen Schleifvlies-Pad in das Holz „einmassiert“ werden.

Der Effekt ist doppelt positiv:

  1. Das Vlies schleift die Oberfläche im nassen Zustand minimal nach (Nassschliff), was zu einer extrem glatten Haptik führt.
  2. Gleichzeitig werden die Holzporen durch den leichten Schleifabrieb und das Öl gefüllt, was die Oberfläche widerstandsfähiger macht.

Für diese Arbeit eignen sich besonders mittlere bis feine Körnungen, die oft keine Kratzer hinterlassen, sondern eine seidige Oberfläche erzeugen.

Renovierung und Reinigung

Auch bei der Aufarbeitung alter Möbel leistet das Vlies gute Dienste. Es entfernt alte Wachsschichten, Schmutz oder leichte Vergrauungen, ohne die kostbare Patina eines antiken Stücks komplett zu zerstören. Im Gegensatz zu Stahlwolle hinterlässt synthetisches Schleifvlies keine metallischen Rückstände, die später in Verbindung mit Gerbsäure (z. B. bei Eiche) zu schwarzen Flecken führen könnten (Rostflecken).

Schleifvlies Edelstahl: Das Geheimnis perfekter Metalloberflächen

In der Metallverarbeitung, insbesondere im Behälterbau, Geländerbau oder in Großküchen, sind makellose Oberflächen ein Qualitätsmerkmal. Schleifvlies Edelstahl ist hier das Standardwerkzeug für das sogenannte „Finish“.

Mattieren und Satinieren

Auf Edelstahl sieht man jeden Kratzer. Ziel ist oft keine Hochglanzpolitur, sondern ein gleichmäßiges Schliffbild, oft als „Strich“ oder „Satinierung“ bezeichnet. Schleifvlies erzeugt durch seine Struktur ein sehr weiches, diffuses Schliffbild.

Anders als Schleifpapier, das tiefe, scharfe Riefen (Kratzer) hinterlässt, erzeugt Vlies eine mattierte Optik. Dies ist besonders wichtig, wenn Bauteile optisch angeglichen werden müssen, etwa nach dem Verschweißen von Rohren. Mit dem passenden Vlies lassen sich Übergänge so kaschieren, dass sie für das bloße Auge kaum noch sichtbar sind.

Entfernen von Anlauffarben

Beim Schweißen von Edelstahl entstehen durch die Hitze oft bläuliche Verfärbungen (Anlauffarben). Diese müssen entfernt werden, nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch, um die Korrosionsbeständigkeit wiederherzustellen (Passivschicht).

Grobe Schleifmittel würden hier zu viel Material abnehmen und die Oberfläche beschädigen. Ein Schleifvlies edelstahl mit integrierten Schleifmitteln (wie Aluminiumoxid oder Siliziumkarbid) entfernt die Anlauffarben zuverlässig, ohne die Grundstruktur des Metalls aggressiv zu verändern.

Reinigung ohne Maßveränderung

In der Industrie wird Vlies oft zur Reinigung von Maschinenteilen, Wellen oder Flanschen eingesetzt. Da das Vlies elastisch ist, nimmt es keinen nennenswerten Einfluss auf die Maßhaltigkeit der Bauteile. Rostansatz, Oxidschichten oder alte Dichtungsreste lassen sich entfernen, ohne dass der Durchmesser einer Welle messbar verringert wird.

Die Wahl der richtigen Körnung und Farbe

Wer zum ersten Mal Schleifvlies kauft, ist oft verwirrt durch die Farbsystematik. Anders als bei Schleifpapier, wo die Körnung (z. B. P120, P240) groß aufgedruckt ist, arbeiten viele Vlies-Hersteller mit Farbcodes. Zwar gibt es keine weltweit genormte Standardisierung, aber gewisse Trends haben sich bei Markenprodukten durchgesetzt.

Grob bis Mittel (Coarse / Medium)

Diese Vliese sind oft braun, rotbraun oder dunkelgrün.

  • Anwendung: Reinigen von stark verschmutzten Teilen, Entfernen von leichtem Rost, Aufrauen von Oberflächen vor dem Verkleben.
  • Vergleich: Entspricht oft etwa einem Schliffbild von P80 bis P180 (wobei der Vergleich hinkt, da das Schliffbild feiner wirkt).

Fein bis Sehr Fein (Fine / Very Fine)

Häufige Farben sind Rot (Maroon), Grün oder Violett.

  • Anwendung: Universalprodukte für den Lackzwischenschliff, Anschleifen von Grundierungen, Mattieren von Aluminium und Edelstahl.
  • Schleifvlies für Holz: Dies ist der gängigste Bereich für Tischler und Schreiner beim Zwischenschliff.
  • Vergleich: Etwa P280 bis P400.

Ultra Fein (Ultra Fine / Super Fine)

Oft grau oder dunkelgrau.

  • Anwendung: Letzter Schliff vor der Politur, Einarbeiten von Pflegeölen, Veredeln von Edelstahl-Oberflächen für ein sehr feines Finish.
  • Vergleich: Etwa P600 bis P1000.

Polier-Vlies (Non-Abrasive)

Meist weiß.

  • Anwendung: Enthält kein Schleifkorn. Dient rein zum Auftragen von Pflegeprodukten, Polieren oder Reinigen empfindlicher Oberflächen (z. B. Glas, Keramik).

Wichtig: Achten Sie beim Kauf immer auf die Herstellerangaben. Ein „rotes“ Pad des einen Herstellers kann eine andere Körnung haben als das eines anderen.

Anwendungsformen: Handpads, Rollen und Scheiben

Schleifvlies ist in verschiedenen Konfektionierungen erhältlich, um den unterschiedlichen Anforderungen in Werkstatt und Montage gerecht zu werden.

Handpads

Die klassischen Rechtecke (oft ca. 150 x 230 mm) sind ideal für die manuelle Bearbeitung. Sie lassen sich falten, rollen oder zuschneiden.

  • Vorteil: Volle Kontrolle über den Druck und die Anpassung an komplizierte Formen. Ideal für Geländer, Stuhlbeine oder schwer zugängliche Ecken.

Rollenware

Für Vielverbraucher in der Industrie lohnt sich Schleifvlies von der Rolle. Hier kann der Anwender die benötigte Länge individuell abschneiden. Das spart Verschnitt und Kosten.

Vliesscheiben für Maschinen

Es gibt Klettscheiben aus Schleifvlies, die auf Exzenterschleifer passen.

  • Einsatz: Großflächiges Mattieren von Tischplatten oder Blechen.
  • Vorsicht: Bei maschinellem Einsatz entsteht Reibungswärme. Da Vlies aus Kunststofffasern besteht, darf nicht mit zu hoher Drehzahl oder zu hohem Druck gearbeitet werden, sonst kann das Vlies schmelzen und die Oberfläche verschmieren. Niedrige Drehzahlen sind hier Pflicht.

Praktische Tipps für die Anwendung

Um das Beste aus Ihrem Schleifvlies herauszuholen, sollten Sie folgende Profi-Tipps beachten:

1. Nass oder Trocken? Die meisten Schleifvliese sind wasserfest und lösemittelbeständig. Der Nassschliff (mit Wasser, Öl oder einer Emulsion) erzeugt oft ein noch feineres Bild und verhindert Staubentwicklung. Bei Holz ist dies besonders beim Ölen relevant. Bei Metall hilft Flüssigkeit, die Wärme abzuleiten.

2. Reinigung des Vlieses Ist das Pad mit Schleifstaub gesättigt, werfen Sie es nicht weg. Klopfen Sie es kräftig aus oder saugen Sie es ab. Bei Nassarbeiten können Sie es oft einfach mit Wasser ausspülen und trocknen lassen. Die Standzeit ist um ein Vielfaches höher als bei Papier.

3. Materialtrennung beachten Verwenden Sie niemals dasselbe Pad für Stahl und danach für Edelstahl. Partikel von normalem Stahl (Ferrit) können sich im Vlies festsetzen und beim nächsten Einsatz auf den Edelstahl übertragen werden. Das Ergebnis wäre Fremdrost auf dem eigentlich rostfreien Edelstahl. Kennzeichnen Sie Ihre Pads oder nutzen Sie unterschiedliche Farben für unterschiedliche Materialien.

4. Kombination mit Schleifpasten Für einen höheren Glanzgrad auf Metallen kann Schleifvlies auch als Träger für Polierpasten dienen. Die offene Struktur nimmt die Paste gut auf und verteilt sie gleichmäßig auf dem Werkstück.

Häufige Fragen zu Schleifvlies

Kann man mit Schleifvlies Kratzer entfernen? Ja, aber nur leichte Oberflächenkratzer. Da Vlies flexibel ist, schleift es „in den Kratzer hinein“, anstatt das Material drumherum radikal abzutragen, bis der Kratzer weg ist (wie es eine Feile oder grobes Papier tun würde). Um tiefe Kratzer zu entfernen, sollten Sie mit Schleifpapier vorschleifen und mit Vlies das Finish machen.

Ist Schleifvlies für Kunststoff geeignet? Absolut. Im KFZ-Bereich oder Modellbau wird es oft genutzt, um Kunststoffe vor der Lackierung anzurauen („Anpadden“). Es sorgt für eine mikroskopisch raue Oberfläche, auf der Lacke exzellent haften, ohne tiefe Riefen zu hinterlassen, die später im Lackbild sichtbar wären.

Welche Körnung für Edelstahl? Für das gängige matte Edelstahl-Finish im Küchen- oder Geländerbau eignet sich meist ein Vlies im Bereich „Very Fine“ (oft P280-P360 äquivalent) oder „Medium“. Probieren Sie das Vlies immer erst an einer unauffälligen Stelle aus, um zu sehen, ob der „Strich“ zum Rest des Bauteils passt.

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