Im professionellen Handwerk und der Industrie hängt die Qualität einer Installation oft von der Präzision der Vorarbeiten ab. Ob es um die Installation von Steckdosen in Betonwänden, das Durchführen von Rohren durch Holzdecken oder die Bearbeitung von Metallgehäusen geht – die Wahl des richtigen Werkzeugs ist entscheidend. Lochsägen und Bohrkronen gehören zur Standardausrüstung jedes Elektrikers, Installateurs und ambitionierten Heimwerkers. Doch die Begriffe werden häufig synonym verwendet, obwohl es signifikante technische Unterschiede gibt.
Um das richtige Werkzeug für das jeweilige Projekt auszuwählen, muss zunächst die terminologische und technische Abgrenzung klar sein. Obwohl beide Werkzeugtypen dazu dienen, kreisrunde Löcher mit großem Durchmesser zu erzeugen, unterscheiden sie sich fundamental in ihrer Arbeitsweise und den zu bearbeitenden Materialien.
Eine Lochsäge (oft auch Lochkreissäge genannt) arbeitet, wie der Name andeutet, nach dem Prinzip einer Säge. Sie besteht meist aus einem dünnwandigen Metallzylinder, dessen unterer Rand mit einer Zahnung versehen ist. Diese Werkzeuge arbeiten zerspanend. Sie schneiden einen dünnen Ring aus dem Material und hinterlassen einen festen Kern im Inneren, der nach dem Bohrvorgang entfernt wird.
Eine Bohrkrone ist in der Regel massiver konstruiert und für härtere, mineralische Materialien ausgelegt. Statt Zähnen kommen hier meist Segmente zum Einsatz, die entweder mit Hartmetall bestückt oder mit Industriediamanten besetzt sind. Bohrkronen arbeiten oft schleifend oder mahlend (abrasiv), um sich durch das Material zu arbeiten.
Die korrekte Zuordnung ist sicherheitsrelevant: Wer versucht, mit einer gezahnten HSS-Lochsäge in eine Betonwand zu bohren, zerstört nicht nur die Sägezähne innerhalb von Sekunden, sondern riskiert auch Verletzungen durch Verkanten oder Überhitzung.
Die Lebensdauer und Schnittgeschwindigkeit eines Lochbohrers hängen maßgeblich von der Materialpaarung ab. Für professionelle Anwender lohnt sich der Blick auf die Legierung und die Beschaffenheit der Schneidkanten.
Für Elektriker und Trockenbauer sind Bi-Metall-Lochsägen das Standardwerkzeug. Der Begriff "Bi-Metall" bedeutet, dass zwei verschiedene Stahlsorten verbunden wurden: Der Körper der Säge besteht aus einem flexiblen Spezialstahl, während die Zähne aus hochlegiertem Schnellarbeitsstahl (High Speed Steel - HSS) gefertigt sind, oft mit Cobalt-Legierung (z.B. 8% Cobalt).
Diese Kombination macht die Säge bruchsicher und gleichzeitig verschleißfest. Sie eignen sich hervorragend für:
Ein Lochsäge Set aus Bi-Metall deckt oft die gängigsten Sanitär- und Elektro-Durchmesser ab (z.B. 19mm bis 76mm) und ist somit eine vielseitige Basisausstattung.
Wenn abrasive Materialien wie MDF, Hartholz, Glasfaser oder Porenbeton bearbeitet werden müssen, stoßen HSS-Sägen schnell an ihre Grenzen. Hier kommen Hartmetall-Lochsägen (Tungsten Carbide Tipped) ins Spiel. Die Zähne sind hierbei aus extrem hartem Sintermetall gefertigt. Sie bieten eine deutlich höhere Standzeit in abrasiven Materialien und schneiden sehr aggressiv ("Multipurpose"-Einsatz). Sie sind ideal für Installationen in Küchenarbeitsplatten oder für Durchbrüche in faserverstärkten Materialien.
Für das Badezimmer oder die Fassade ist die Bohrkrone mit Diamantbesatz unverzichtbar. Hierbei werden Industriediamanten in eine Metallmatrix eingebunden oder galvanisch auf den Rand aufgebracht.
Eine der häufigsten Suchanfragen und Anwendungen im Bauwesen ist die Bohrkrone Steckdose. Hierbei geht es um das Setzen von Unterputzdosen (Hohlwanddosen oder Schalterdosen) für die Elektroinstallation. Die Auswahl des richtigen Durchmessers und Typs ist hierbei kritisch, da Normen eingehalten werden müssen.
Für die klassische Unterputzdose (Gerätedose) ist ein Durchmesser von 68 mm das Standardmaß in Deutschland und vielen Teilen Europas. Dies gilt sowohl für Hohlwanddosen (Gipskarton) als auch für Unterputzdosen im Mauerwerk.
Es ist essenziell, dass Handwerker beide Größen im Repertoire haben. Ein Lochbohrer mit 68 mm ist für Schalter und Steckdosen unverzichtbar, während die 82 mm Variante für komplexere Verkabelungspunkte benötigt wird.
Die Wahl des Werkzeugs für die Steckdoseninstallation hängt rein von der Wandbeschaffenheit ab:
Die Leistung einer Lochkreissäge oder Bohrkrone wird nicht nur durch den Schneidkopf bestimmt, sondern auch durch die Kraftübertragung der Maschine. Das Aufnahmesystem (Der Schaft oder Adapter) spielt eine zentrale Rolle für die Rundlaufgenauigkeit und die Handhabung.
Dies ist der Standard für herkömmliche Akkuschrauber und Bohrmaschinen. Der Schaft verhindert das Durchrutschen im Bohrfutter (im Gegensatz zu runden Schäften). Dieses System ist ideal für Lochsägen bis ca. 100 mm Durchmesser in weicheren Materialien. Viele Hersteller bieten Schnellwechselsysteme (z.B. "Power Change") an, bei denen die Lochsäge mit einem Klick vom Zentrierbohrer getrennt werden kann, um den Bohrkern schnell zu entfernen.
Für schwere Bohrkronen im Mauerwerk und Beton ist das SDS-System (Steck-Dreh-Sitz) der Industriestandard. Es erlaubt die axiale Bewegung des Bohrers für die Schlagfunktion des Bohrhammers.
Selbst die teuerste Bohrkrone liefert schlechte Ergebnisse, wenn die Anwendungstechnik fehlerhaft ist. Um saubere Löcher zu bohren und die Standzeit des Werkzeugs zu maximieren, sollten folgende Experten-Tipps beachtet werden.
Dies ist der häufigste Fehler: Zu hohe Drehzahl bei großem Durchmesser.
Bei der Bearbeitung von Metall ist der Einsatz von Schneidöl oder Kühlemulsion Pflicht. Es reduziert die Reibung und kühlt die Schneidkanten. Auch bei Fliesenbohrkronen verlängert Wasserkühlung (oder spezielles Kühlwachs bei Trockenbohrern) die Lebensdauer der Diamanten erheblich.
Nichts bremst den Fortschritt mehr als verstopfte Spanräume. Bei tiefen Löchern in Holz sollte die Lochsäge regelmäßig zurückgezogen werden ("Lüften"), um Späne auszuwerfen. Ein häufiges Ärgernis ist der im Inneren der Säge festsitzende Bohrkern. Moderne Systeme bieten spezielle Auswerfer-Federn oder Schlitze an der Seite, durch die man den Kern mit einem Schraubendreher heraushebeln kann. Profi-Adapter erlauben das Abnehmen der Säge vom Zentrierbohrer, wodurch der Kern einfach nach hinten herausgestoßen werden kann.
Große Lochbohrer übertragen enorme Kräfte. Wenn eine 82 mm Krone im Mauerwerk verkantet, kann das Drehmoment der Maschine das Handgelenk des Anwenders verletzen.
Bevor Sie in ein einzelnes Werkzeug oder ein ganzes Set investieren, lohnt sich der Abgleich mit den folgenden Kriterien:
Das Sortiment bei ESSKA bietet eine breite Auswahl an Bohrkronen und Lochsägen, die professionelle Anwender und anspruchsvolle Heimwerker gleichermaßen überzeugen. Hier finden Sie sowohl klassische Bi-Metall-Lochsägen für Arbeiten in Holz, Kunststoff oder Metall als auch hochspezialisierte Hartmetall- und Diamantbohrkronen für Beton und Fliesen. ESSKA setzt auf bewährte Markenqualität, sodass Sie langlebige Werkzeuge erhalten, die auch intensiven Einsatzbedingungen standhalten. Dank verschiedener Aufnahmesysteme wie Sechskant, SDS-plus oder Schnellwechsel können Sie genau das Werkzeug auswählen, das zu Ihrer Maschine passt. Das Sortiment umfasst Einzelprodukte sowie praktische Sets, die die gängigsten Größen abdecken und Ihnen bei Installationen maximale Flexibilität bieten. Mit dem umfangreichen Zubehör von ESSKA – von Zentrierbohrern bis zu Verlängerungsschäften – ist eine individuelle Anpassung an Ihr Projekt jederzeit möglich. So gelingt jedes Vorhaben effizient, präzise und sicher.