Sicherheitsschränke

4 Produkte in 4 Ausführungen
Finden Sie den passenden Sicherheitsschrank Typ 90/F90 für Ihre gefährlichen Stoffe. Optimale Belüftung und Compliance – sicherer Schutz für Ihr Unternehmen.
Weitere Informationen zu dieser Kategorie

Unsere Top Marken in Sicherheitsschränke
Weitere Informationen zu dieser Kategorie

Sicherheitsschränke für die Gefahrstofflagerung in Industrie und Handwerk

Die korrekte Lagerung von Gefahrstoffen ist in Werkstätten, Laboren und Industriebetrieben keine bloße Empfehlung, sondern eine strenge gesetzliche Pflicht. Ein Sicherheitsschrank – oft auch als Gefahrstoffschrank bezeichnet – dient hierbei als zentrale Schutzmaßnahme. Er verhindert im Brandfall, dass gelagerte Chemikalien die Situation verschärfen, und schützt Mitarbeiter im täglichen Betrieb vor gesundheitsschädlichen Dämpfen. Doch die Auswahl ist groß und die Normenlandschaft komplex.

Warum ein zertifizierter Sicherheitsschrank unverzichtbar ist

Wer brennbare Flüssigkeiten, Säuren, Laugen oder giftige Substanzen am Arbeitsplatz lagert, trägt eine hohe Verantwortung. Ein herkömmlicher Stahlschrank bietet im Ernstfall keinen ausreichenden Schutz. Sicherheitsschränke sind technische Arbeitsmittel, die speziell dafür konstruiert wurden, Risiken zu minimieren.

Der Hauptzweck eines solchen Schrankes ist der Brandschutz. Wenn in einem Arbeitsraum ein Feuer ausbricht, muss der Schrank verhindern, dass die Flammen das Innere erreichen und die dort gelagerten brennbaren Stoffe entzünden. Dies würde zu einer massiven Explosion oder Brandausbreitung führen, die Rettungskräfte gefährdet und Gebäude zerstören kann. Zusätzlich dienen diese Schränke dem Gewässerschutz (durch Auffangwannen) und dem Arbeitsschutz (durch Absaugung gefährlicher Dämpfe).

Investitionen in hochwertige Sicherheitsschränke schützen also nicht nur Leben, sondern sichern auch den Versicherungsschutz Ihres Unternehmens. Ohne normgerechte Lagerung riskieren Betriebe im Schadensfall den Verlust des Versicherungsschutzes sowie empfindliche rechtliche Konsequenzen.

Die Norm DIN EN 14470-1: Das Maß aller Dinge

Für die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten in Arbeitsräumen ist in Europa die Norm DIN EN 14470-1 maßgebend. Sie hat ältere Standards wie die DIN 12925-1 abgelöst und stellt deutlich höhere Anforderungen an die Konstruktion und Prüfung der Schränke.

Klassifizierung nach Feuerwiderstandsfähigkeit

Die Norm unterteilt Sicherheitsschränke in vier Typen, basierend auf der Zeit, die sie einem Feuer standhalten müssen, bis die Innentemperatur einen kritischen Wert (maximal 180 Kelvin Anstieg) überschreitet.

  • Typ 90 (90 Minuten): Dies ist der heutige Stand der Technik und die in Deutschland am häufigsten empfohlene Klasse für die uneingeschränkte Lagerung. Ein Typ-90-Schrank bietet den Mitarbeitern und der Feuerwehr 1,5 Stunden Zeit, den Bereich zu evakuieren und Löscharbeiten einzuleiten, bevor die gelagerten Stoffe reagieren.
  • Typ 30 (30 Minuten): Diese Schränke bieten einen Basisschutz. Sie sind oft günstiger, unterliegen aber in Deutschland (gemäß TRGS 510) strengeren Einschränkungen hinsichtlich der Aufstellsituation und Nutzung. Oft ist eine Zwangsentlüftung oder eine spezielle Gefährdungsbeurteilung erforderlich.
  • Typ 15 und Typ 60: Diese Klassen sind in Deutschland weniger gebräuchlich, da sie entweder kaum Sicherheitsgewinn bieten (Typ 15) oder preislich kaum Vorteile gegenüber Typ 90 haben (Typ 60).

Für die meisten Betriebe in Industrie und Handwerk ist der Sicherheitsschrank Typ 90 die wirtschaftlichste und sicherste Wahl, da er maximale Flexibilität bei der Aufstellung bietet und komplexe Sonderregelungen vermeidet.

Konstruktion und Sicherheitsmerkmale im Detail

Ein hochwertiger Sicherheitsschrank zeichnet sich durch weit mehr aus als nur dicke Wände. Die technische Ausstattung entscheidet über die Alltagstauglichkeit und Sicherheit.

Automatischer Türschließmechanismus

Im Brandfall müssen Sicherheitsschränke zuverlässig schließen. Modelle nach DIN EN 14470-1 verfügen über eine thermische Auslösung. Steigt die Umgebungstemperatur (meist auf ca. 50 °C), schließen sich die Türen automatisch. Dies gilt auch für Türfeststellanlagen, die im täglichen Betrieb das Ein- und Auslagern erleichtern, im Alarmfall aber sofort lösen müssen.

Brandschutzdichtungen (Intumeszenz)

Die Fugen der Türen sind mit speziellen aufschäumenden Dichtungen versehen. Bei Hitzeeinwirkung dehnen sich diese Dichtungen massiv aus und versiegeln den Schrank hermetisch, sodass keine heißen Brandgase eindringen und keine Flammen austreten können.

Bodenauffangwanne und Wannenböden

Um auslaufende Chemikalien sicher aufzufangen, ist der Schrankboden mit einer flüssigkeitsdichten Bodenauffangwanne ausgestattet. Diese muss ein bestimmtes Volumen der gelagerten Gebinde aufnehmen können (in der Regel 10 % des Gesamtvolumens oder das Volumen des größten Gebindes, je nachdem, was größer ist).

Belüftung: Schutz vor explosionsfähigen Atmosphären

Sicherheitsschränke für brennbare Flüssigkeiten sollten technisch belüftet werden. Ohne Lüftung können sich im Inneren gefährliche Dampf-Luft-Gemische bilden, die beim Öffnen der Tür oder durch statische Entladung explodieren könnten.

Es gibt zwei gängige Lösungen:

  1. Anschluss an eine bauseitige Abluftanlage: Der Schrank wird über einen Rohrstutzen direkt an das Lüftungssystem des Gebäudes angeschlossen. Die Abluft muss ins Freie geführt werden.
  2. Umluftfilteraufsätze: Wenn kein Abluftanschluss möglich ist, können Filteraufsätze genutzt werden. Diese Geräte saugen die Luft aus dem Schrank, reinigen sie über Aktivkohlefilter von Kohlenwasserstoffen und geben sie gereinigt in den Raum zurück. Dies bietet hohe Flexibilität bei der Aufstellung, erfordert aber regelmäßige Wartung der Filter.

Achten Sie darauf, dass bei technischer Belüftung ein mindestens 10-facher Luftwechsel pro Stunde gewährleistet ist. Dies reduziert die geforderten Ex-Schutz-Zonen um den Schrank herum oft signifikant.

Auswahlkriterien: So finden Sie das richtige Modell

Bevor Sie einen Sicherheitsschrank kaufen, sollten Sie eine genaue Bedarfsanalyse durchführen. Folgende Fragen helfen bei der Konfiguration:

1. Welche Stoffe lagern Sie?

  • Brennbare Flüssigkeiten (Lösemittel, Lacke): Hier ist zwingend ein Schrank nach DIN EN 14470-1 (Typ 90) erforderlich.
  • Säuren und Laugen: Diese benötigen oft keine Brandschutzklasse (sofern nicht brennbar), aber korrosionsbeständige Materialien. Kombischränke bieten getrennte Abteile: Ein feuerbeständiges Abteil für Brennbares und ein korrosionsfreies Polyethylen-Inliner-Abteil für aggressive Säuren.
  • Druckgasflaschen: Hierfür gelten spezielle Normen (DIN EN 14470-2) und Konstruktionsweisen (G90-Schränke).

2. Wie viel Platz benötigen Sie?

Klassische Schrankbreiten sind 60 cm, 90 cm und 120 cm.

  • Untertischschränke: Ideal für Labore oder Werkstätten mit wenig Platz. Sie werden unter Arbeitsbänken oder Abzügen integriert.
  • Hochschränke: Bieten maximales Lagervolumen.
  • Fassschränke: Speziell für die Lagerung großer 200-Liter-Fässer, oft mit niedrigerer Bauhöhe oder Rampe zum Einbringen.

3. Welche Innenausstattung ist sinnvoll?

  • Fachböden (Wannenböden): Der Standard für Flaschen und Kleingebinde. Achten Sie auf die Traglast (meist 75 kg).
  • Vollauszüge (Schubladen): Bieten ergonomische Vorteile und besseren Überblick. Man sieht sofort, was im hinteren Bereich lagert, ohne vordere Gebinde umräumen zu müssen.
  • PE-Einsätze: Zwingend erforderlich, wenn Sie aggressive Medien auf Metallböden lagern wollen, um Korrosion zu verhindern.

Installation, Wartung und Prüfung

Ein Sicherheitsschrank ist ein wartungspflichtiges Produkt. Nach der Aufstellung und Ausrichtung (mittels integrierter Stellfüße, um Bodenunebenheiten auszugleichen) muss die Funktion regelmäßig geprüft werden.

Die Betriebssicherheitsverordnung und Herstellerangaben fordern in der Regel eine jährliche sicherheitstechnische Überprüfung durch eine befähigte Person. Dabei werden folgende Punkte kontrolliert:

  • Funktion der Türeschließmechanik und Feststellanlagen
  • Zustand der Brandschutzdichtungen (Risse, Beschädigungen)
  • Funktion der Belüftung (Volumenstrommessung)
  • Korrosionszustand der Bodenwanne

Viele Hersteller wie asecos oder Düperthal bieten hierfür Serviceverträge an, die die Rechtssicherheit für den Betreiber gewährleisten.

Fazit: Sicherheit ist kein Zufallsprodukt

Die Anschaffung eines Sicherheitsschrankes ist eine Investition in den Fortbestand Ihres Unternehmens. Ein Typ-90-Schrank nach DIN EN 14470-1 bietet Ihnen die derzeit höchstmögliche Sicherheit und Flexibilität bei der Lagerung brennbarer Flüssigkeiten. Er erlaubt es, Gefahrstoffe direkt am Arbeitsplatz bereitzustellen, was Laufwege verkürzt und Arbeitsprozesse effizienter macht, ohne Kompromisse beim Brandschutz einzugehen.

Achten Sie beim Kauf nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Zertifizierung, die Ergonomie (z. B. durch Vollauszüge) und das passende Belüftungskonzept. So erfüllen Sie alle gesetzlichen Auflagen und schaffen eine sichere Arbeitsumgebung für Ihr Team.

Sicherheitsschrank bei ESSKA kaufen

ESSKA bietet Ihnen eine große Auswahl an zertifizierten Sicherheitsschränken, die nach aktuellen Normen gefertigt sind und höchste Ansprüche an Brandschutz und Arbeitssicherheit erfüllen. Im übersichtlichen Online-Shop können Sie Modelle verschiedener Typen, Größen und Innenausstattungen vergleichen und direkt auf Ihren individuellen Bedarf anpassen. Unsere Experten beraten Sie gerne zu allen Fragen rund um Normen, technische Anforderungen, Filterlösungen oder zum Thema Lieferung und Montage. Viele Top-Modelle sind ab Lager kurzfristig verfügbar, sodass Sie Ihre Gefahrstofflagerung schnell, flexibel und sicher umsetzen können. Profitieren Sie außerdem von umfassendem Service, verständlichen Produktinformationen und der Möglichkeit, Zubehör wie Umluftfilter, Auffangwannen oder Vollauszüge direkt mitzubestellen. So finden Sie bei ESSKA nicht nur den passenden Sicherheitsschrank, sondern erhalten auch Unterstützung bei Konfiguration, Wartung und rechtssicherem Betrieb Ihrer Anlage.