Die Stichsäge gehört zu den vielseitigsten Elektrowerkzeugen in jeder Werkstatt, auf der Baustelle und in der industriellen Fertigung. Doch selbst die leistungsstärkste Maschine von Premium-Herstellern wie Bosch, Festool oder Makita ist nur so gut wie das eingesetzte Zubehör. Das Stichsägeblatt entscheidet maßgeblich über die Schnittgüte, die Arbeitsgeschwindigkeit und die Wirtschaftlichkeit des gesamten Arbeitsprozesses.
Für professionelle Anwender aus Handwerk und Industrie ist die Wahl des richtigen Blattes keine Nebensache, sondern ein entscheidender Faktor für Qualität und Kosteneffizienz. Wer bei Hartholz ein falsches Blatt wählt, riskiert Brandspuren und Ausschuss. Wer bei Metall auf die falsche Legierung setzt, verschleißt das Werkzeug in Sekunden.
Die erste Entscheidung beim Kauf von Stichsägeblättern betrifft das Material, aus dem das Blatt gefertigt ist. Die Hersteller verwenden international standardisierte Kürzel, die Aufschluss über Härte, Flexibilität und den geeigneten Anwendungsbereich geben. Für den professionellen Einsatz ist es unerlässlich, diese Unterschiede im Detail zu kennen.
HCS-Stahl (Kohlenstoffstahl) ist der klassische Werkstoff für die Bearbeitung weicher Materialien. Diese Blätter sind vergleichsweise kostengünstig und bieten eine gute Schnittleistung in Weichholz, Faserplatten und weichen Kunststoffen.
Der Vorteil von HCS liegt in seiner Grundelastizität bei gleichzeitig ausreichender Härte der Zähne. Allerdings stößt HCS an seine Grenzen, sobald abrasive Materialien oder Harthölzer bearbeitet werden. Die Hitzebeständigkeit ist begrenzt; bei zu hoher Reibung verlieren die Zähne schnell ihre Schärfe. Für den Zimmermann, der Konstruktionsvollholz (KVH) zuschneidet, sind sie oft die wirtschaftlichste Wahl. Für den Schreiner, der Hartholztreppen fertigt, sind sie meist ungeeignet.
Hochleistungs-Schnellstahl (HSS) ist vollständig gehärtet und deutlich widerstandsfähiger gegen Hitze und Abrieb als HCS. Sägeblätter aus HSS werden primär für die Bearbeitung von Metallen wie Aluminium, Buntmetallen und weichem Stahl eingesetzt.
Der Nachteil von reinem HSS ist die Sprödigkeit. Da das gesamte Blatt gehärtet ist, bricht es bei starker Biegung oder Verkanten schneller als flexiblere Varianten. Die Standzeit ist bei Metallanwendungen jedoch deutlich höher als bei einfachen Kohlenstoffstählen.
Im professionellen Handwerk haben sich Bi-Metall-Sägeblätter als Goldstandard etabliert. Hier werden zwei Eigenschaften kombiniert, die sich eigentlich ausschließen: extreme Härte und hohe Elastizität.
Dabei wird ein Streifen aus extrem hartem Schnellarbeitsstahl (HSS) per Laser an einen Trägerkörper aus flexiblem Kohlenstoffstahl (HCS) geschweißt. Das Ergebnis ist ein Stichsägeblatt, dessen Zähne so hart sind, dass sie selbst durch harte Metalle schneiden, während der Schaft so flexibel bleibt, dass er auch bei Kurvenschnitten oder starker Belastung nicht bricht. Die Standzeit von Bi-Metall-Blättern liegt um ein Vielfaches höher als die von HCS- oder reinen HSS-Blättern. Besonders beim Schneiden von Holz mit Nageleinschlüssen (z. B. Palettenreparatur oder Sanierung) ist Bi-Metall unverzichtbar.
Für extrem abrasive Materialien reicht selbst Bi-Metall oft nicht aus. Hier kommen Stichsägeblätter mit Hartmetallbestückung (Tungsten Carbide) zum Einsatz. Dabei handelt es sich entweder um eine durchgehende Zahnleiste aus Hartmetall oder um einzeln aufgeschweißte Hartmetallzähne.
Diese Blätter sind die erste Wahl für:
Obwohl diese Blätter in der Anschaffung am teuersten sind, relativiert sich der Preis durch die extreme Langlebigkeit in Materialien, die herkömmliche Blätter in Sekunden ruinieren würden.
Neben dem Werkstoff bestimmt die Geometrie der Zähne, wie das Stichsägeblatt arbeitet. Soll der Schnitt schnell und aggressiv sein (z. B. beim Abbruch) oder fein und ausrissfrei (z. B. beim Einpassen einer Sichtblende)? Zwei Faktoren sind hier ausschlaggebend: die Zahnstellung und die Zahnteilung.
Die Art, wie die Zähne bearbeitet sind, beeinflusst direkt das Schnittbild:
Die Zahnteilung wird entweder in Millimetern (Abstand von Zahnspitze zu Zahnspitze) oder in TPI (Teeth Per Inch / Zähne pro Zoll) angegeben.
Einige moderne Stichsägeblätter verfügen über eine sogenannte progressive Zahnteilung. Dabei ist die Zahnung am Schaftende fein und wird zur Spitze hin gröber. Dies ermöglicht es dem Handwerker, mit demselben Blatt sowohl dünne als auch dicke Materialien effizient zu bearbeiten, ohne das Werkzeug wechseln zu müssen.
Ein häufiges Missverständnis beim Kauf entsteht durch die verschiedenen Aufnahmesysteme (Schäfte). Die Kompatibilität ist entscheidend, damit das Blatt sicher in der Maschine sitzt und die Kraftübertragung optimal funktioniert.
Der T-Schaft (auch T-Shank genannt) ist heute der absolute Industriestandard. Er wurde ursprünglich von Bosch entwickelt, wird aber mittlerweile von fast allen professionellen Herstellern (Makita, Festool, Metabo, DeWalt, Milwaukee) verwendet.
Der Vorteil des T-Schafts liegt in seiner Bauweise, die einen schnellen, oft werkzeuglosen Wechsel ermöglicht (SDS-Systeme). Zudem bietet die T-Form einen extrem sicheren Halt, selbst bei starken Zugbelastungen im Rückhub. Wenn Sie eine moderne Profi-Maschine besitzen, benötigen Sie mit fast hundertprozentiger Sicherheit Stichsägeblätter mit T-Schaft.
Der U-Schaft (oft auch als alter Black & Decker Schaft bezeichnet) ist heute weitgehend veraltet und findet sich fast nur noch bei sehr alten Maschinen oder im absoluten Einsteiger-Heimwerkerbereich. Er bietet weniger Halt und erfordert oft Werkzeug (Schraubendreher) zum Wechseln. Im professionellen Umfeld spielt er kaum noch eine Rolle.
Wichtiger Hinweis für Einkäufer: Achten Sie bei der Beschaffung strikt auf den Maschinentyp. Ein T-Schaft passt nicht in eine U-Schaft-Aufnahme und umgekehrt.
Holz ist das häufigste Einsatzgebiet der Stichsäge, doch Holz ist nicht gleich Holz. Die Anforderungen variieren stark zwischen einer Küchenarbeitsplatte und einem Dachlattenzuschnitt.
Für schnelle Schnitte in Bauholz (Weichholz) empfehlen sich HCS-Blätter mit großer, geschränkter Zahnung (z. B. 4 mm Zahnteilung). Diese Blätter "schaufeln" die Späne effektiv aus dem Schnittkanal und verhindern so einen Hitzestau.
Für saubere Schnitte in beschichteten Spanplatten oder Hartholz sind konisch geschliffene Blätter aus Bi-Metall oder HCS (bei weicherem Holz) notwendig. Eine Zahnteilung von 2,5 mm bis 3 mm ist hier ein guter Mittelweg zwischen Geschwindigkeit und Qualität.
Ein klassisches Problem der Stichsäge ist, dass sie im Standardbetrieb auf Zug (Hub nach oben) schneidet. Das bedeutet, dass die Ausrisse auf der Oberseite des Werkstücks entstehen. Bei Sichtkanten, wie etwa beim Ausschnitt für ein Spülbecken in einer beschichteten Arbeitsplatte, ist das fatal.
Hierfür gibt es zwei Lösungen:
Stichsägen werden oft unterschätzt, wenn es um Schnitttiefe geht. Mit einem Sägeblatt lang (oft als "extra lang" bezeichnet, z. B. 150 mm oder 180 mm verzahnte Länge) lassen sich auch dicke Kanthölzer, Balken oder Sandwich-Elemente durchtrennen.
Achten Sie bei langen Blättern besonders auf die Qualität. Ein langes Blatt neigt zum "Verlaufen" (der Schnitt wird schief), wenn es nicht aus ausreichend dickem und stabilem Material gefertigt ist. Bi-Metall ist hier Pflicht, um die nötige Biegesteifigkeit bei gleichzeitiger Bruchfestigkeit zu gewährleisten.
Die Bearbeitung von Metall mit der Stichsäge erfordert Geduld und das exakt passende Blatt. Fehler führen hier sofort zum Ausglühen der Zähne.
Für dünne Bleche (1-3 mm) benötigen Sie Blätter aus HSS oder Bi-Metall mit sehr feiner Zahnung (1,1 mm bis 1,2 mm). Die Faustregel lautet: Mindestens zwei bis drei Zähne müssen immer im Material sein. Schneiden Sie ein 2 mm Blech mit einer 3 mm Zahnung, werden die Zähne im Blech einhaken und das Blatt oder das Werkstück beschädigen.
Für dickere Metalle (Rohre, Profile) wählen Sie eine mittlere Zahnung. Ein entscheidender Faktor bei Metall ist die Kühlung. Verwenden Sie Schneidöl oder Kühlpaste, um die Reibungswärme zu reduzieren. Dies verlängert die Lebensdauer des Sägeblatts massiv.
Thermoplaste (wie PVC oder Plexiglas) sind tückisch, da sie bei zu hoher Reibungswärme schmelzen und hinter dem Sägeblatt wieder verschweißen. Hier sind Sägeblätter mit geschliffenen Zähnen (ähnlich wie für Holz) ideal, um die Reibung zu minimieren. Wichtig ist eine mittlere Zahnung und vor allem: Pendelhub ausschalten und Hubzahl reduzieren!
Edelstahl ist extrem zäh und neigt zur Kaltverfestigung. Herkömmliche HSS-Blätter geben hier schnell auf. Nutzen Sie spezielle HM-bestückte Blätter oder hochwertige Bi-Metall-Blätter mit spezieller Beschichtung (z. B. TiN - Titannitrid). Auch hier ist Kühlung und eine niedrige Hubzahl zwingend erforderlich.
Um Fehlkäufe zu vermeiden und die Effizienz im Betrieb zu steigern, sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden.
Für den allgemeinen Werkstattbedarf sind Stichsägeblatt-Sets oft eine wirtschaftliche Lösung. Sie decken die häufigsten Anwendungen (Holz grob, Holz fein, Metall) ab. Für die industrielle Fertigung oder spezifische, wiederkehrende Aufgaben (z. B. Fensterbau) empfiehlt sich jedoch der Kauf von Großpackungen (25er oder 100er Packs) der exakt passenden Spezialsägeblätter. Dies senkt den Stückpreis erheblich und garantiert gleichbleibende Qualität.
Viele Anwender wechseln das Blatt zu spät. Ein stumpfes Blatt erkennen Sie an:
Ein rechtzeitiger Wechsel schont nicht nur das Nervenkostüm, sondern auch den Motor und das Getriebe der Stichsäge.
Fast alle Profi-Stichsägen verfügen über einen zuschaltbaren Pendelhub. Dabei bewegt sich das Blatt nicht nur auf und ab, sondern auch vor und zurück.
Das Stichsägeblatt ist das Bindeglied zwischen Maschine und Werkstück. Wer hier am falschen Ende spart, riskiert teure Nacharbeiten oder beschädigtes Material. Für professionelle Anwender gilt:
Mit diesem Wissen sind Sie in der Lage, für jede Herausforderung im Handwerks- und Industriealltag das perfekte Sägeblatt auszuwählen und somit effizient, sicher und qualitativ hochwertig zu arbeiten.
ESSKA bietet ein umfangreiches Sortiment an Stichsägeblättern für unterschiedlichste Anwendungen in Handwerk, Industrie und öffentlichen Einrichtungen. Im Online-Shop finden Sie sowohl Einzelblätter als auch praktische Sets, die auf die Anforderungen verschiedener Materialien abgestimmt sind – ob für Holz, Metall, Kunststoff oder spezielle Werkstoffe wie GFK und Edelstahl. Dank der Auswahl an führenden Markenherstellern können Sie sich auf geprüfte Qualität, hohe Standzeiten und optimale Schnittergebnisse verlassen. Übersichtlich sortierte Kategorien und detaillierte Produktbeschreibungen erleichtern die Suche nach dem passenden Sägeblatt für Ihre Maschine und Ihr Projekt. Zusätzlich profitieren Sie von einer schnellen Lieferung, fachkundiger Beratung und attraktiven Staffelpreisen beim Kauf größerer Mengen. So unterstützt ESSKA Sie effizient dabei, im Arbeitsalltag stets flexibel und wirtschaftlich zu bleiben.