Diamant Schleifstifte

35 Produkte in 145 Ausführungen
Mit unseren Diamant Schleifstiften erreichen Sie optimale Schleifergebnisse. Ideal für Werkstattprofis, die Wert auf Genauigkeit und Langlebigkeit legen.
Weitere Informationen zu dieser Kategorie

Unsere Top Marken in Diamant Schleifstifte
Weitere Informationen zu dieser Kategorie

Diamant-Schleifstifte: für Präzision bei härtesten Werkstoffen

In der modernen Fertigungstechnik, im Werkzeugbau und im anspruchsvollen Handwerk sind herkömmliche Schleifmittel oft nicht ausreichend. Wenn es um die Bearbeitung von hochfesten, sprödharten oder extrem verschleißfesten Materialien geht, sind Diamant-Schleifstifte das Werkzeug der Wahl. Sie bieten nicht nur eine unübertroffene Härte, sondern garantieren bei korrekter Anwendung auch höchste Maßhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Was sind Diamant-Schleifstifte und wie sind sie aufgebaut?

Ein Diamant-Schleifstift ist ein Präzisionswerkzeug, das speziell für den Einsatz auf schnelllaufenden Schleifmaschinen – wie Geradschleifern, Biegsamen Wellen oder CNC-Maschinen – konzipiert wurde. Im Gegensatz zu keramisch gebundenen Schleifstiften, die aus einer Mischung von Schleifkorn und Bindung gepresst werden, besteht ein Diamant-Schleifstift in der Regel aus zwei Hauptkomponenten: dem Trägerkörper (Schaft) und dem Schleifbelag.

Der Trägerkörper und Schaft

Der Grundkörper besteht meist aus gehärtetem Stahl oder Edelstahl. Der Schaft (häufig mit einem Schaft-Ø von 3 mm oder 6 mm) muss eine hohe Rundlaufgenauigkeit aufweisen. Dies ist entscheidend, da Diamantwerkzeuge oft mit sehr hohen Drehzahlen betrieben werden. Jede Unwucht würde nicht nur zu einem schlechten Schliffbild führen („Rattermarken“), sondern auch die empfindliche Diamantschicht zerstören und die Lager der Antriebsmaschine beschädigen.

Die galvanische Bindung

Für Diamant-Schleifstifte im Handwerk und im allgemeinen Maschinenbau ist die galvanische Bindung der Industriestandard. Bei diesem Verfahren werden die Diamantkörner durch eine Nickelschicht auf dem Stahlgrundkörper fixiert.

Der große Vorteil der galvanischen Bindung liegt in dem sogenannten „Kornüberstand“. Während bei gesinterten Bindungen (Metall- oder Kunstharzbindung) die Diamanten tief eingebettet sind, ragen sie bei der galvanischen Bindung weit aus der Nickelschicht heraus. Das sorgt für:

  • Eine extrem hohe Griffigkeit und Abtragsleistung ab der ersten Sekunde.
  • Eine geringere Wärmeentwicklung, da mehr Raum für den Abtransport von Schleifstaub (Spanraum) vorhanden ist.
  • Die Möglichkeit, komplexe Profile und Formen kostengünstig zu belegen.

Geeignete Werkstoffe: Wo Diamant unverzichtbar ist

Die Wahl des richtigen Schleifkorns ist entscheidend für den Erfolg. Diamant ist der härteste bekannte Stoff, aber er ist chemisch nicht für jeden Werkstoff geeignet.

Diamant-Schleifstifte eignen sich hervorragend für:

  1. Hartmetall: Sowohl für die Grobzerspanung als auch für das Feinschleifen von Wendeschneidplatten oder Ziehsteinen.
  2. Keramik und technische Keramiken: Oxidkeramik, Siliziumkarbid und andere Hochleistungswerkstoffe lassen sich oft nur mit Diamant bearbeiten.
  3. Glas und Quarzglas: Zum Kantenbrechen, Gravieren oder Mattieren.
  4. Faserverstärkte Kunststoffe (GFK/CFK): Hier sorgt die Schärfe des Diamanten für saubere Schnittkanten ohne Ausfransungen (Delamination).
  5. Ferrit und Graphit: Diese stark abrasiven Materialien würden herkömmliche Werkzeuge in kürzester Zeit verschleißen.

Wichtige Warnung: Nicht für Stahl verwenden!

Ein häufiger Anwendungsfehler ist der Einsatz von Diamant auf weichem Stahl oder Stahllegierungen mit geringer Härte. Bei den hohen Temperaturen, die beim Schleifen entstehen, diffundiert der Kohlenstoff aus dem Diamanten in den Stahl. Der Diamant „löst sich auf“ bzw. verschleißt extrem schnell. Für die Bearbeitung von Stählen (gehärtet oder ungehärtet) ist CBN (Kubisches Bornitrid) die korrekte Alternative, auf die wir später noch eingehen.

Auswahlkriterien: So finden Sie den richtigen Schleifstift

Um das optimale Ergebnis zu erzielen, müssen Form, Größe und Körnung exakt auf Ihre Anwendung abgestimmt sein. Achten Sie beim Kauf auf folgende Spezifikationen.

1. Die richtige Körnung (FEPA-Standard)

Die Korngröße bestimmt die Oberflächengüte (Rauheit) und das Zeitspanvolumen (wie schnell Material abgetragen wird). Sie wird meist nach dem FEPA-Standard mit einem „D“ gefolgt von einer Zahl angegeben.

  • D181 - D151 (Grob): Diese Körnungen wählen Sie für den groben Vorschliff, wenn viel Material in kurzer Zeit entfernt werden muss und die Oberflächenqualität zweitrangig ist.
  • D126 - D91 (Mittel/Universal): Die Körnung D126 ist der absolute Standard in der Industrie. Sie bietet den besten Kompromiss aus guter Abtragsleistung und einer Oberfläche, die für die meisten technischen Anwendungen fein genug ist. Wenn Sie unsicher sind, ist D126 meist die richtige Startwahl.
  • D64 - D46 (Fein): Für Schlichtarbeiten, die Vorbereitung von Polituren oder das Nacharbeiten sehr feiner Konturen. Hier ist der Abtrag gering, aber die Oberfläche wird sehr glatt.

2. Die Formgebung

Die Form des Schleifstiftes muss zur Geometrie des Werkstücks passen.

  • Zylinderform: Der Klassiker für die Bearbeitung von Bohrungen, Innenradien und stationären Kanten. Achten Sie darauf, ob der Zylinder auch stirnseitig belegt ist, wenn Sie „in den Grund“ schleifen müssen.
  • Kugelform: Ideal zum Gravieren, für freiformflächiges Modellieren oder zum Entgraten von Bohrungskreuzungen.
  • Kegelform / Spitzkegel: Perfekt zum Entgraten von Bohrungen oder für sehr feine Gravurarbeiten.
  • Ogiv- oder Flammenform: Häufig im Werkzeug- und Formenbau eingesetzt, um fließende Konturen nachzuarbeiten.

3. Abmessungen und Schaftdurchmesser

Achten Sie penibel auf den Schaftdurchmesser (Schaft-Ø). Marktüblich sind 3 mm und 6 mm. Ein 3 mm Stift passt nicht in eine 6 mm Spannzange und umgekehrt. Verwenden Sie niemals Reduzierhülsen von schlechter Qualität, da diese den Rundlauf ruinieren.

Auch die Kopfabmessungen sind wichtig: Je kleiner der Durchmesser des Schleifkopfes, desto höher muss die Drehzahl der Maschine sein, um die nötige Schnittgeschwindigkeit zu erreichen.

Anwendungstechniken und Prozessparameter

Selbst der hochwertigste Diamant-Schleifstift liefert schlechte Ergebnisse, wenn die Einsatzparameter nicht stimmen. Hier sind die wichtigsten Regeln für die Praxis.

Schnittgeschwindigkeit optimieren

Diamant benötigt hohe Schnittgeschwindigkeiten, um effizient zu arbeiten. Zu niedrige Drehzahlen führen dazu, dass das Korn nicht schneidet, sondern über das Material „rubbelt“. Dies erzeugt unnötige Hitze und kann dazu führen, dass die Bindung ausbricht.

Als Faustformel gilt für galvanisch gebundene Stifte:

  • Trockenschliff: ca. 10 – 18 m/s
  • Nassschliff: ca. 20 – 30 m/s

Da die meisten Anwender die Drehzahl (U/min) und nicht die Meter pro Sekunde (m/s) an der Maschine einstellen, muss dies umgerechnet werden. Ein kleiner Stift (z.B. 2 mm Kopf) benötigt wesentlich höhere Drehzahlen (oft über 50.000 U/min) als ein großer Stift (z.B. 10 mm Kopf), um auf dieselbe Schnittgeschwindigkeit zu kommen. Prüfen Sie immer die Herstellerangaben zur maximal zulässigen Drehzahl.

Anpressdruck: Weniger ist mehr

Dies ist der wichtigste Tipp für die Langlebigkeit: Arbeiten Sie mit geringem Anpressdruck. Da bei galvanischen Bindungen nur eine einzige Schicht Diamantkörner vorhanden ist, kann zu hoher Druck diese Schicht gewaltsam aus der Nickelschicht herausbrechen (Kornausbruch). Ist die Schicht einmal weg, schleift nur noch der stählerne Grundkörper, was zu sofortiger Überhitzung führt. Lassen Sie den Diamanten schneiden – er ist scharf genug, um ohne Kraftaufwand zu arbeiten.

Kühlung und Schmierung

Obwohl viele Diamant-Schleifstifte trocken eingesetzt werden können, verbessert der Einsatz von Kühlmitteln das Ergebnis signifikant.

  • Nassschliff: Verhindert die thermische Schädigung des Werkstücks (Spannungsrisse in Keramik oder Glas) und bindet den gefährlichen Feinstaub. Zudem wird der Schleifschlamm abtransportiert, was das „Zusetzen“ des Werkzeugs verhindert.
  • Trockenschliff: Wenn Kühlung nicht möglich ist, arbeiten Sie mit reduzierter Zustellung und legen Sie Kühlpausen ein.

Exkurs: Diamant oder CBN? Die wichtige Unterscheidung

Im Einkaufsalltag werden Diamant- und CBN-Schleifstifte oft verwechselt, da sie optisch ähnlich sind und beide zu den „hochharten Schneidstoffen“ zählen. Die Unterscheidung ist jedoch essenziell für die Wirtschaftlichkeit.

CBN (Kubisches Bornitrid):

  • Ist zwar etwas weicher als Diamant, aber chemisch stabil gegenüber Kohlenstoff bei hohen Temperaturen.
  • Einsatzgebiet: Ausschließlich für gehärtete Stähle (HSS, Werkzeugstahl, Chromstahl).
  • Wenn Sie Stahlformen, Stanzwerkzeuge oder gehärtete Wellen bearbeiten müssen, greifen Sie nicht zum Diamant, sondern zum CBN-Schleifstift.

Diamant:

  • Härter, aber hitzeempfindlicher bei Stahlkontakt.
  • Einsatzgebiet: Hartmetall, Glas, Keramik, NE-Metalle, Kunststoffe.

Diamant Schleifstifte bei ESSKA

ESSKA bietet eine breite Auswahl an Diamant Schleifstiften in verschiedenen Formen, Größen und Körnungen, sodass für nahezu jede Präzisionsanwendung das passende Werkzeug verfügbar ist. Die Schleifstifte sind optimal für anspruchsvolle Aufgaben in Industrie, Handwerk und öffentlichen Einrichtungen geeignet und überzeugen durch eine besonders hohe Maßhaltigkeit, Langlebigkeit und gleichbleibend hervorragende Schleifergebnisse. Dank der klaren Produktbeschreibungen und detaillierten technischen Angaben finden Anwender schnell das richtige Schleifwerkzeug für ihren speziellen Anwendungsfall – von der Bearbeitung harter Keramiken bis zur Endbearbeitung von Hartmetallen. Darüber hinaus profitieren Kunden bei ESSKA von fachkundiger Beratung, schnellen Lieferzeiten und einem umfassenden Service-Angebot, das auf die Anforderungen professioneller Anwender zugeschnitten ist. So können Werkstätten und Fertigungsbetriebe stets auf hochwertige Diamant Schleifstifte zurückgreifen, um selbst komplexe Schleifarbeiten präzise und wirtschaftlich durchzuführen.